Gefahrensituationen kann es immer geben

Polizei und Stadt haben Informationen zur Sicherheit von Frauen zusammengestellt.

Sicherheit für Frauen
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1. Das Wichtigste

  • In Gefahrensituationen: 110 wählen!
  • Ärztliche Hilfe: 112 wählen!

Beratung nach sexuellen Übergriffen

Bundesweites Hilfetelefon 08000 / 116016

www.hilfetelefon.de

Beratung in Köln

www.stadt-koeln.de

Bei Fragen zur Prävention

KP-O.Koeln@polizei.nrw.de

Häufigste Frage nach der Silvesternacht

Gibt es nach den Vorfällen aus der Silvesternacht Tipps für Frauen und Mädchen, die es bisher nicht gegeben hat?

Nein!

Es gelten zwei wichtige Grundaussagen:

  • Polizei und Stadt nehmen "Sicherheit für Frauen" in Köln sehr ernst
  • Gefahrensituationen kann es geben!

2. Polizei und Stadt nehmen "Sicherheit für Frauen" in Köln sehr ernst

  • Frauen haben ein Recht darauf, sich frei und gefahrlos im öffentlichen Raum zu bewegen. Es liegt nicht in der Verantwortung von Frauen, sich gegen sexuelle Übergriffe zu schützen – weder durch Kleidung, noch durch Vermeidung ihres Aufenthaltes in der Öffentlichkeit.
  • Polizei und Stadt engagieren sich seit vielen Jahren gegen sexuelle Übergriffe auf Frauen. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen, Frauenprojekten sowie mit Workshops und Veranstaltungen klären Stadt und Polizei darüber auf, wie Frauen Gefahren erkennen und wie sie sich gegen sexuelle Übergriffe wehren können.
  • Polizei und die Stadt Köln werden alles in ihrer Macht Stehende tun, damit es sexuelle Übergriffe wie in der Silvesternacht in Köln nie wieder geben wird.
  • Einsatz- und Personalkonzepte bei Großveranstaltungen werden aktuell überprüft.

3. Gefahrensituationen kann es geben!

Trauen Sie immer Ihren eigenen Gefühlen!

Die Vorfälle aus der Silvesternacht machen deutlich, dass der Phase vor einem sexuellen Übergriff eine besondere Bedeutung zukommt. Gerade mit Blick auf Karneval und den Aufenthalt in der Öffentlichkeit bedeutet das:

Trauen Sie Ihren eigenen Gefühlen noch früher und nehmen Sie Ihre Wahrnehmungen noch schneller ernst. Wenn Sie eine Gefahrensituation wahrnehmen oder befürchten, versuchen Sie der Situation aus dem Weg zu gehen.

Beispiel:

Sie sehen Karneval eine Ansammlung nicht kostümierter Männer bzw. Männer und Frauen, die Alkohol konsumieren und offensichtlich nicht am Karnevalsgeschehen teilnehmen.

Sie haben Sorge, angepöbelt zu werden bzw. haben aufgrund des Verhaltens der Personen untereinander Angst davor, dass es zu Aggressionen auch gegen Sie kommen könnte.

Was können Sie tun?

  • Nehmen Sie einen Umweg in Kauf
  • Nehmen Sie ggfs. die nächste Bahn
  • Schließen Sie sich einer friedlichen Gruppe an
  • Wenden Sie sich an Einsatzkräfte von Polizei, Stadt, Rettungsdiensten

 

Mit Alkohol: nie alleine unterwegs sein!

Alkohol benebelt - führt zu Fehleinschätzungen und Leichtsinn. Wer sich alkoholisiert in der Öffentlichkeit bewegt, sollte Vorsichtsmaßnahmen im Vorfeld planen.

  • Alkoholisiert sollten Sie nie alleine unterwegs sein
  • In einer Frauengruppe sollte mindestens eine der Frauen klar handlungsfähig bleiben, um gefährliche Situationen zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen (Flucht, Hilfe organisieren) ergreifen zu können.

Bei Übergriffen: weglaufen, schreien, kämpfen!

Sprechen Sie andere Menschen konkret an, benennen Sie sie und sagen ihnen, welche Hilfe Sie erwarten. Zum Beispiel: "Sie mit dem roten T-Shirt, rufen Sie die Polizei!"

Durch lautes Schreien und massive Gegenwehr werden Menschen auf die Situation aufmerksam, können helfen oder Hilfe organisieren. Schreien ist eine der erfolgreichsten Gegenwehrstrategien. Nehmen Sie all Ihre Wut zusammen (schreien!) und kämpfen Sie mit Entschlossenheit.

Bei Übergriffen durch Gruppen ist die Situation für einzelne Frauen aber auch für kleinere Gruppen von Frauen deutlich schwieriger.

Wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind, erstatten Sie eine Strafanzeige bei der Polizei.

Sich vorbereiten

Wer vorbereitet ist, erhöht die Chance, sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten. Auseinandersetzung mit generellen Tipps und den wichtigsten Fragen zum Nachhauseweg, K.O.-Tropfen und Alkohol.

Partysicherheit für junge Frauen

Seit Langem gibt es präventive Angebote, die Frauen sensibilisieren und ihnen Wege zeigen, sich anbahnende Übergriffe zu erkennen und sich dagegen zu wehren. Hier finden Sie Trainerinnen, Trainer und Vereine, die der Stadt Köln und der Polizei bekannt sind und bestimmte Qualitätsstandards erfüllen.

Flyer STARK trifft SICHER
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Das Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Köln bietet Selbstbehauptungskurse für Mädchen und Frauen an. Dabei geht es weniger um körperliche Abwehrtechniken sondern Verhaltensempfehlungen für ein sichereres Verhalten/Auftreten in der Öffentlichkeit auf Basis polizeilicher Erfahrungen.

4. Professionelle Beratung nach Sexualdelikten

Betroffenen Frauen wird unbedingt empfohlen, zeitnah Beratung in Anspruch zu nehmen.

Bundesweites Hilfetelefon
Beratung in Köln

Silvester in Köln: Statement der Gleichstellungsbeauftragten Christine Kronenberg

Die Herrschaft über die Frau heißt in erster Linie: Herrschaft über ihren Körper
Lale Akgün

Die Dimension der Vorfälle in Köln war bisher nicht vorstellbar: Gruppen von Männern verüben gemeinschaftlich, vermutlich verabredet, sexualisierte überfallartige Gewaltstraftaten. Frauen – Kölnerinnen und Besucherinnen - werden beraubt, sexuell misshandelt und vergewaltigt.

Als Gleichstellungsbeauftragte verurteile ich die Vorkommnisse als einen schwerwiegenden, nicht hinnehmbaren Angriff auf die Gleichberechtigung der Frauen auf das Schärfste. Sexuelle Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung und wird immer als Mittel zur Unterwerfung eingesetzt, sei es durch häusliche Gewalt, durch Zwangsprostitution oder durch Belästigungen und Vergewaltigungen im öffentlichen Raum.

Dies ist weltweit traurige Realität und betrifft alle Nationalitäten. Jeder sexuellen Gewalt ist daher auf allen Ebenen mit der vollen Härte der Gesetze entgegenzutreten. Der Staat hat die Rechte der Frauen zu schützen, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, damit sich solche Übergriffe nicht wiederholen. Es ist wichtig zu zeigen, dass er in der Lage ist, solche Situationen zu beherrschen und die Konsequenzen zieht. Wichtig ist auch, eine Kultur zu schaffen, in der die grundgesetzlich gesicherte Gleichstellung der Geschlechter in allen Köpfen verankert ist.

Bei allen Forderungen darf eins nicht passieren:

Wir dürfen die von dem Phänomen sexueller Gewalt – und aktuell die von den Silvestervorfällen- betroffenen Frauen nicht alleine lassen.

In Köln gibt es ein sehr gut aufgestelltes Beratungsnetz und ein Hilfetelefon.

Ich empfehle betroffenen Frauen, Kontakt aufzunehmen und sich zeitnah professionelle Unterstützung zu holen. Frauen haben ein Recht darauf, sich frei und gefahrlos im öffentlichen Raum zu bewegen!

Ich möchte allen Frauen Mut machen, sich von diesen Vorfällen ihre Lebensfreude, ihre Art zu leben und zu feiern nicht nehmen zu lassen.

Ihre
Christine Kronenberg

Beratungsnetz www.hilfetelefon.de/de/startseite/