Preisträgerinnen und Preisträger

Aus 148 Vorschlägen hat eine unabhängige Jury die Preisträgerinnen und Preisträger von "KölnEngagiert 2016" ausgewählt. Neben vier Einzelpersonen zeichnete sie drei Gruppen, zwei Schulen und ein Unternehmen aus. Außerdem wurde erstmals der Sonderpreis "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe" vergeben. Die Preise überreichten unter anderem Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die diesjährige Ehrenamtspatin Britta Heidemann am 4. September 2016 beim 17. Kölner Ehrenamtstag im Rathaus.

Gruppen

Querbeet e. V.

© Ikhlas Abbis

Die Mitglieder des Vereins Querbeet, die überwiegend im Belgischen Viertel wohnen, pflegen regelmäßig die Beete, pflanzen Stauden, Sommerblumen und Sträucher am Brüsseler Platz. Sie jäten Unkraut, düngen und wässern die Parzellen, schneiden die Sträucher und machen die Beete winterfest. Das alles passiert in der Freizeit, nach der regulären Arbeit und am Wochenende. Der Verein Querbeet entstand aus der gleichnamigen Bürgerinitiative, die im Sommer 2003 zusammenfand. Die Bezirksvertretung Innenstadt und das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen verliehen ihm die offizielle Patenschaft für die Beete am Brüsseler Platz.

Neun Mitglieder von Querbeet engagieren sich seit mehr als zwölf Jahren bürgerschaftlich, in der Woche vier- bis achtmal, jeweils vier bis fünf Stunden. Hinzu kommen viele Nicht-Vereinsmitglieder, die die Initiative regelmäßig unterstützen. Der Verein leistet auch einen hohen finanziellen Beitrag, zum Beispiel trägt er die Kosten für das Saatgut und für das Wasser aus dem Hydranten.

Querbeet e. V.

Ehrenamtsteam des Oxfam-Shops

© Ikhlas Abbis

Das Ehrenamtsteam des Oxfam-Shops in der Kölner Südstadt verkauft bereits seit 1991 auf der Bonner Straße gespendete Waren für einen guten Zweck: Kleidung, Accessoires, Haushaltswaren, Bücher, CDs, Spielzeug und Heimtextilien. Am 9. Mai 2016 feierte das Team sein 25-jähriges Bestehen. Die fleißigen Freiwilligen haben im vergangenen Vierteljahrhundert stolze drei Millionen Euro für Oxfams humanitäre Arbeit erwirtschaftet!

Mit den Erlösen werden Nothilfe- und Entwicklungsprojekte sowie ein Teil der Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland finanziert. Dazu zählen beispielsweise:

  • Kauf von Handpumpen zur Trinkwasserversorgung in Äthiopien
  • Bereitstellung von Wasser, Nahrung und sanitären Einrichtungen für die Menschen in den Flüchtlingscamps im Libanon und in Jordanien

Im Kölner Oxfam Shop arbeiten derzeit 84 Ehrenamtliche - viele von ihnen sind seit der ersten Stunde dabei. Köln zählt zu den "Geburtsstätten" der deutschen Oxfam-Shops, der Laden in der Südstadt ist - nach Bonn - der zweitälteste in Deutschland.

Oxfam-Shop Südstadt

Lebensdurst-Ich e. V.

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Der 2012 gegründete gemeinnützige Verein Lebensdurst-Ich unterstützt junge Erwachsene mit lebensbedrohlichen Krankheiten. Er hilft ihnen, lange Krankenhausaufenthalte, belastende Therapien und einsame Stunden zu überstehen. Die Mitglieder besuchen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus, machen Geschenke - von selbst gestalteten Grußkarten bis hin zu einer Musikanlage für das Krankenzimmer - und erfüllen individuelle Herzenswünsche. Ob ein Rundflug im Hubschrauber, ein Urlaub am Meer, eine Aufnahme im Tonstudio oder ein Fotoshooting - der Verein möchte lang gehegte Träume der Betroffenen wahr werden lassen und ihnen ein unvergessliches Erlebnis bescheren.

Außerdem bemüht sich Lebensdurst-Ich, junge Erkrankte in Kontakt miteinander zu bringen. Für Außenstehende ist es oft schwer nachzuvollziehen, was die Betroffenen durchstehen müssen. Diesen wiederum fehlt oft die Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Erkrankten auszutauschen. Deshalb organisiert der Verein Patiententreffen und gemeinsame Aktionen - vom Barbesuch über einen Kinoabend bis hin zum Picknick im Freien oder sogar einen einwöchigen Segeltörn auf der Ostsee.

Um auf das Schicksal der Betroffenen aufmerksam zu machen und diese Vorhaben zu finanzieren, organisiert Lebensdurst-Ich darüber hinaus kulturelle Veranstaltungen: Auf den Benefiz-Konzerten stehen Musikerinnen, Musiker, Künstlerinnen und Künstler für den guten Zweck auf der Bühne, regelmäßig gehen Mitglieder und Unterstützende bei Sportveranstaltungen für Lebensdurst-Ich an den Start.

Lebensdurst-Ich e. V.

Unternehmen

Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft

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Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) setzt sich dafür ein, nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen und Menschen Perspektiven zu geben. Dazu finanziert sie in Schwellen- und Entwicklungsländern Investitionen privater Unternehmen und berät sie bei der Planung und Umsetzung. Die DEG begann 1962 mit 30 Beschäftigten am Habsburgerring in Köln, heute sind es mehr als 500. Sie finanziert Unternehmen in allen Weltregionen, darunter eine umweltfreundliche Gerberei in Vietnam, eine Biofarm in Ägypten, eine Geothermieanlage in Kenia, eine Kochschule in Namibia und eine private Universität in Brasilien.

Auch bei ihrem gesellschaftlichen Einsatz trägt die DEG zur Verständigung zwischen Menschen und Kulturen bei: Seit 2012 engagiert sich das Unternehmen ehrenamtlich im Rahmen der "Kölner FreiwilligenTage". Die Beschäftigten haben seitdem etwa an der Verschönerung einer Gemeinschaftsgrundschule mitgewirkt und Seniorinnen und Senioren bei Ausflügen begleitet. 2016 arbeitet die DEG mit Projektpartnerinnen und -partnern zusammen, die sich für Flüchtlinge engagieren.

Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft

Sonderpreis "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe"

Willkommens-Initiativen in Köln

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Die Willkommens-Initiativen in Köln haben sich gegründet, um selbständig Unterstützung für Flüchtlinge wohnortnah zu leisten. Sie knüpfen Kontakte zu Vereinen, Unternehmen, Politik und Verwaltung und sind Woche für Woche für Geflüchtete im Einsatz. In den Kölner Willkommensinitiativen dürften grob geschätzt etwa 2.000 Menschen aktiv sein. Sie organisieren Rechtsbeistand, Freizeitaktivitäten für Kinder und Erwachsene, Fahrradwerkstätten, Patenschaften, Begleitung zu Ärztinnen, Ärzten und Ämtern, Sprachkurse, Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche und vieles mehr.

Die Willkommensinitiativen wollen das Bürgerengagement rund um die Kölner Flüchtlingswohnheime weiter vernetzen, damit das Engagement schnell, effizient und unbürokratisch wirken kann.

Im Netzwerk "Willkommenskultur Köln" haben sich zahlreiche in der Flüchtlingsarbeit aktive Vereine und Willkommensinitiativen zusammengeschlossen, um eine nachhaltige Willkommenskultur in Köln zu verankern, sich auszutauschen und zu vernetzen und sich in Kooperation mit den hauptamtlichen Beratungsstellen für Flüchtlinge zu engagieren.

Willkommenskultur Köln

Einzelpersonen

Die Einzelpersonen, die den diesjährigen Ehrenamtspreis erhalten haben:

Schulen

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Schulpreises:

Schulpreis "Eine Frage der Ehre" 2016