Als ehrenamtlich Tätige haben Sie nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Hier erhalten Sie Informationen zum Führungszeugnis, zum Versicherungsschutz und zum Steuerfreibetrag für Engagierte.

Führungszeugnis

Bei der Beantragung eines Führungszeugnisses verzichtet das Bundesministerium der Justiz auf die Erhebung einer Gebühr, wenn der Nachweis für die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit benötigt wird.

Um einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten, ist seit dem 1. Mai 2010 die Beantragung des erweiterten Führungszeugnisses für die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Kinder- und Jugendbereich vorgeschrieben.

Für die Gebührenbefreiung ist ausschlaggebend, dass die Tätigkeit ohne Entlohnung, Vergütung oder Stundenlohn ausgeübt wird. Vergünstigungen, wie zum Beispiel die Übernahme von Fahrtkosten oder die kostenlose Teilnahme an ehrenamtlich begleiteten Veranstaltungen, führen nicht dazu, dass ein Antrag auf Gebührenbefreiung abgelehnt wird.

Voraussetzung für den Erlass der Gebühren ist nach § 30a BZRG außerdem die Vorlage einer Bestätigung der gemeinnützigen Trägereinrichtung, dass die Person das erweiterte Führungszeugnis für eine ehrenamtliche Tätigkeit benötigt. Ein entsprechendes Formular haben wir Ihnen nachfolgend zur Verfügung gestellt.

Bescheinigung zur Antragstellung eines erweiterten Führungszeugnisses
PDF, 526 kb
Führungszeugnis online beantragen

Versicherungsschutz

Engagierte, die in Vereinen oder Organisationen arbeiten, werden in der Regel über deren Versicherungen unfall- und haftpflichtversichert.

Speziell für Engagierte, die in informell organisierten Bürgergruppen wie Bürgerinitiativen oder Selbsthilfegruppen tätig sind, haben einzelne Bundesländer Sammelverträge mit Versicherungsunternehmen abgeschlossen. Ein solcher Vertrag besteht in Nordrhein-Westfalen.

Hier können Sie sich über den Versicherungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen erkundigen:

Union Versicherungsdienst GmbH
Klingenbergstraße 4
32758 Detmold

Telefon: 05231 / 6036112

E-Mail an den Union Versicherungsdienst GmbH

Steuerfreibetrag für Engagierte

Der Bundesrat hat am 21. September 2007 das Gesetz zur weiteren Förderung des bürgerschaftlichen Engagements verabschiedet. Hiermit ergibt sich für bürgerschaftlich Engagierte die Möglichkeit eines Steuervorteils, da rückwirkend ab 1. Januar 2007 ein Freibetrag bei der Einkommenssteuererklärung eingeführt wurde. Dieser Freibetrag findet nur dann Anwendung, wenn für die ehrenamtliche Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung gezahlt wurde. In dem Fall sind 500 Euro im Jahr steuerfrei.

Vorschlag eines Satzungstextes für Vereine zur Aufwandsentschädigung für Engagierte:

Vorstands- und Beiratsmitglieder, andere ehrenamtliche Mitarbeitende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Vereins haben Anspruch auf Erstattung der Aufwendungen, insbesondere Reisekosten und sonstige Auslagen, die ihnen aufgrund ihrer Tätigkeit für den Verein entstehen, soweit Art und Höhe solcher Auslagenerstattungen durch Vorstandsbeschluss geregelt sind. Für ehrenamtlich Tätige kann durch Vorstandsbeschluss auch eine entsprechende jährliche Aufwandspauschale festgesetzt werden. Ein solcher Vorstandsbeschluss bedarf der Genehmigung durch die Mitgliederversammlung, wenn der Jahresbeitrag der Aufwandspauschale den steuerfreien Höchstbetrag im Sinne des § 3 Nummer 26a Einkommensteuergesetz (EStG) überschreitet.

Wenn die Engagierten auf die Aufwandspauschale verzichten, wird dies behandelt wie eine normale Spende, die dann - ohne dass Geld geflossen ist - von der Steuer abgesetzt werden kann.