Parkstadt Süd gemeinsam entwerfen und gestalten

Genauso wichtig wie der Entwurf von neuen Freiräumen und Nachbarschaften sind die Menschen, die bereits heute im Kölner Süden wohnen und arbeiten, aber auch diejenigen, die hier in Zukunft leben werden. Der Planungsprozess war daher in ein intensives Beteiligungsprogramm mit der Öffentlichkeit eingebettet. Das kooperative Verfahren sollte neben den fünf eingeladenen interdisziplinären Teams aus Stadt- und Landschaftsplanerinnen und -planern auch möglichst viele Akteurinnen und Akteure ermutigen, ihre eigenen Interessen und Vorstellungen einzubringen.

Die Stadtgesellschaft, die Planungsteams, das Begleitgremium, Politik und Verwaltung prägten diesen Prozess gemeinsam mit dem Moderationsbüro Urban Catalyst Studio seit April 2015. Die Akteurinnen und Akteure arbeiteten mit dem Ziel, die Zukunft der Parkstadt Süd gemeinsam zu entwerfen und gestalten, kooperativ zusammen.

Die fünf Teams entwickelten unterschiedliche Planungsansätze für die Parkstadt Süd und berücksichtigten Vorschläge der Stadtgesellschaft in ihren Entwürfen. So wurde der direkte Austausch gefördert und schrittweise gemeinsame Ideen für die Parkstadt Süd entwickelt.

Die Grafik zeigt die wichtigsten Meilensteine: Es begann im April 2015 mit öffentlichen Erkundungen des Gebietes und einer Reihe von Themenabenden, setzte sich fort mit einem Ideenmarkt und öffentlichen Werkstätten. Die Veranstaltungen boten der Kölner Stadtgesellschaft die Möglichkeit, bei den Zielen und Qualitätsansprüchen mitzuwirken und ihre Interessen und Ideen mit den Entwurfsarbeiten der fünf Planungsteams (städtebaulich und freiraumplanerisch) eng zu verzahnen. Der Prozess endete mit einer Abschlusspräsentation im November 2015. Ein Begleitgremium unterstützte den gesamten Prozess fachlich.

Phase 1: Entdecken, Austauschen, Analysieren

Auftakt und Stadtspaziergang

In der Auftaktveranstaltung am 18. April 2015 stellten die Akteurinnen und Akteure alle Einzelheiten über den Ablauf des Planungsverfahrens und der Beteiligung der Öffentlichkeit, das Programm der öffentlichen Veranstaltungen und die persönlichen Möglichkeiten der Mitwirkung den Teilnehmenden vor.

Ein Programmpunkt der Auftaktveranstaltung waren Stadtteilspaziergänge durch das Planungsgebiet.

Unter fachkundiger Führung wurde interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei eine differenzierte Wahrnehmung der einzelnen Planungsräume ermöglicht. Sie konnten die Identitäten, Talente und Herausforderungen der Parkstadt Süd vor Ort erkunden. Danach wurden die gesammelten Anregungen und Hinweise zu einem Bild für einen ersten Eindruck zusammengetragen und vorgestellt.

Parkstadt von Morgen debattieren - Themenabende

An den folgenden vier Themenabenden von Mai bis Juni haben wir über qualitative Fragestellungen zukünftiger Stadtentwicklung diskutiert.

Lebendige Quartiere – Wie wir in der Parkstadt leben wollen

Dokumentation Themenabend 1
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Stadt entsteht – Wie neue Nachbarschaften wachsen

Dokumentation Themenabend 2
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Neue Werte schaffen – Was uns die Stadt wert ist

Dokumentation Themenabend 3
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Urbane Parklandschaft – Wie der Grüngürtel an den Rhein kommt

Dokumentation Themenabend 4
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Aufgaben definieren - Aufgabenstellung

In der öffentlichen Veranstaltung am 19. Juni 2015 wurden die Ergebnisse aus Ortserkundungen und öffentlichen Diskussionen der Zukunftsthemen vorgestellt. Diese wurden verbindlicher Teil der Aufgabenstellung. Die Planungsteams nahmen dies zum Anlass, um ihre ersten Analysen zum Plangebiet zu präsentieren und Verständnisfragen aus dem Publikum zu beantworten.

Am Vormittag des 20. Juni 2015 wurden die Analysen der Planungsteams mit dem Begleitgremium in einem Kolloquium intensiv diskutiert. In der öffentlichen Nachmittagsveranstaltung wurde die Zielvereinbarung gemeinsam verabschiedet und ein Ausblick auf die nächsten Schritte gegeben.

Dokumentation "Forum zur Aufgabenstellung"
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Phase 2: Das Große Ganze, Ideen Sammeln

Gesamtkonzepte und Ideenmarkt

Der Planungsprozess zur Parkstadt Süd ging in eine entscheidende Runde: die fünf beauftragten Planungsteams präsentierten ihre städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtkonzepte. Nutzungsideen aus der Stadtgesellschaft wurden auf einem Ideenmarkt vorgestellt. In der mittlerweile siebten Veranstaltung des "Kooperativen Verfahrens Parkstadt Süd" stand weiterhin der gegenseitige Austausch und die Rückkopplung von Ideen zwischen den Akteuren der Stadtgesellschaft und den Planungsteams im Vordergrund.

Ideensammlung und Ideenberatung

Niemand stand mit seiner Idee allein. Die Phase wurde genutzt, sich mit anderen Akteurinnen und Akteuren auszutauschen und Kooperationen für Projektideen zu bilden, die eine lebendige Nachbarschaft fördern. Während der Ideensammlungsphase vom 22. Juni bis 21. August bestand die Möglichkeit, vorhandene und neue Ideen weiter zu vertiefen und zu konkretisieren. An zwei Terminen, am 3. und 23. Juli 2015 gab es die Möglichkeit, im Austausch mit Klaus Overmeyer und Simon Hubacher eigene Ideen zu besprechen und weiter zu qualifizieren.

Ideenplakat

Das Ideenplakat sollte dabei helfen, eigene Ideen darzustellen und zu präsentieren. Dabei konnten zum Beispiel Ideen eingebracht werden zu Nutzungen im Park und im Quartier, zum Umgang - temporär oder dauerhaft - mit bestimmten Orten und Gebäuden. Auch Vorschläge zu neuen Verbindungen innerhalb der Quartiere waren willkommen. Das Ergebnis der Ideensammlung hat eine Vielzahl an Ideenplakaten hervorgebracht. Die fertigen Plakate waren die "Eintrittskarte" zum Ideenmarkt am 5. September 2015.

Ideenplakat Parkstadt Süd
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Phase 3: Das Kleine im Ganzen

Vorstellung der Gesamtkonzepte

Einen Tag vor dem Ideenmarkt erläuterten die Planungsteams am 4. September 2015 ihre Vorschläge und Stadtperspektiven. Die Erläuterungen erfolgten an einem begehbaren Modell zur Parkstadt Süd. Hier konnten die für das Konzept herausstechenden Akzente für den Städtebau und die Freiräume diskutiert werden.

Ideenmarkt

Auf dem Ideenmarkt am 5. September präsentierten dann alle Ideengeberinnen und Ideengeber ihre Vorschläge. Neben dem Plakat bestand die Möglichkeit, die eigene Idee über weitere Materialien, zum Beispiel über ein Modell, zu veranschaulichen. Auch die Planungsteams stellten auf dem Ideenmarkt ihre Gesamtkonzepte vor. Die eigenen Ideen konnten mit den Konzepten der Teams im Dialog diskutiert werden. Die Planungsteams sind aufgefordert, die Anregungen aus dem Ideenmarkt aufzunehmen und zu prüfen.

Dokumentation "Vorstellung der Gesamtkonzepte" und "Ideenmarkt"
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Parkstadt Süd vertiefen

Nachdem die Planungsteams die Anregungen für ihre Gesamtkonzepte aus dem Ideenmarkt im September in ihre Planungen eingebracht haben, fand am 23. und 24. Oktober 2015 die achte Werkstattveranstaltung statt. Dort haben die fünf Planungsteams ihre vertiefenden städtebaulichen und freiraumplanerischen Ansätze erläutert. Auch hierbei hatte die Stadtgesellschaft und das Begleitgremium wieder die Möglichkeit, im direkten Gespräch mit den Teams ihre Ideen zu diskutieren.

Dokumentation "Parstadt Süd vertiefen"
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Phase 4: Abschlusspräsentation und Ausblick

Das Kooperative Verfahren Parkstadt Süd ging mit der letzten Veranstaltung am 26. November 2015 in die Schlussrunde. Die Abschlussveranstaltung war ein voller Erfolg. Die Räumlichkeiten des Bürgerhaus Stollwerck waren bis zum letzten Platz belegt.

In Parkbankgesprächen präsentierten die Planungsteams ihre finalen Entwürfe. Bei den Gesprächen wurden die Bürgerinnen und Bürger ins Jahr 2027 versetzt. Mit dem jeweiligen Stimmungsbild im Hintergrund nahmen die Büroinhaber sowie die Patinnen und Paten der Teams auf der Parkbank Platz. Die Zukunft schien zum Greifen nah.

In den reflektierenden Diskussionen zwischen den Planungsteams sowie Experteninnen und Experten aus dem Begleitgremium wurden unter Moderation von Professor Klaus Overmeyer die jeweiligen Stärken der Arbeiten gewürdigt.

Zum Schluss teilte das Begleitgremium ihre Empfehlung, den Entwurf des Planungsteams RMP Lenzen und Ortner & Ortner weiterzuführen, der Stadtgesellschaft mit. In der Sitzung des Begleitgremiums am Vormittag wurde diese Empfehlung einstimmig erarbeitet. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger unterstrichen ihre Zustimmung, nicht am Bahndamm zu bauen, mit großem Applaus. Auch die Qualitäten der anderen Arbeiten wurden hervorgehoben und von den Anwesenden gewürdigt. Das Büro Albert Speer & Partner hat den Grundsatz des Masterplans stringent weiterverfolgt, was vom Begleitgremium als äußerst positiv wahrgenommen wurde. Auch die Idee der Sequenzierung von einzelnen Parks sowie die ordentliche Prozessgestaltung der anderen Entwürfe wurden von den Experteninnen und Experten gelobt.

Der Ausblick auf die weiteren Schritte im Jahr 2016 lag vor allem auf der weiteren Bürgerbeteiligung. In Form von Diskussionsrunden und öffentlichen Veranstaltungen soll die ständige Rückkopplung mit der Stadtgesellschaft fortgesetzt werden.

Dokumentation der Abschlusspräsentation

Anlage 1 (Dokumentation der Ergebnispräsentation)