Studie untersucht Internationalität der Kölner Kultur

Wie international und interkulturell ist das Kulturangebot der Stadt? Welche Orte bieten ein internationales Programm, welche Akteurinnen und Akteure engagieren sich in diesem Sinne? Welche Rolle spielen die Migrantenvereine und wo liegen die strukturellen Mängel im Gesamtangebot?

Auf diese Fragen gibt die Studie "Kulturwelten in Köln" Antwort, die Professor Susanne Keuchel und Dominic Larue vom Zentrum für Kulturforschung in Sankt Augustin erstellt haben.

Damit liegt zum ersten Mal eine Bestandsaufnahme und Analyse des Kulturangebots einer Großstadt in Deutschland vor, die sich explizit den Aspekten von Internationalität und Interkulturalität widmet. Anlass für die Studie war der Beschluss des Rates zur Akademie der Künste der Welt vom 30. Juni 2009. Dieser enthielt unter anderem den Auftrag, untersuchen zu lassen, wie die bestehenden Kultureinrichtungen derzeit das Publikum ansprechen. Die Akademie der Künste der Welt soll das Ziel verfolgen, das Programmangebot der Stadt zu internationalisieren. Ihre Gründung ist noch nicht beschlossen, die Bestandsaufnahme gehört zu den vorbereitenden Schritten.

Die Studie erfasst das Kulturangebot von vier Monaten in den Jahren 2009 und 2010 mit insgesamt 4.839 einzelnen Veranstaltungen. Das 96-seitige Werk hat der Kunstsalon e. V. in Auftrag gegeben. Der Auswahl lagen im Wesentlichen öffentliche Veranstaltungskalender und Programmhefte zu Grunde. Außerdem befragte das Zentrum für Kulturforschung zahlreiche Migranten(kultur)vereine nach ihren kulturellen Aktivitäten. Qualitative Eindrücke Kölner Kulturschaffender sowie Besucherinnen und Besucher von Kulturveranstaltungen ergänzen die in den quantitativen Analysen gewonnenen Ergebnisse. 

Die Ergebnisse

Der Anteil internationaler Kunstwerke am gesamten professionellen Kulturangebot liegt bei 31 Prozent, ebenso der Anteil internationaler Künstlerinnen und Künstler. Das entspricht nahezu exakt dem Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Köln. Allerdings spiegelt das Kulturprogramm vor allem einen westlichen Kanon wider: Dagegen sind Kunstwerke aus jenen Ländern, aus denen besonders viele Kölner und Kölnerinnen kommen, wie die Türkei (ein Prozent), Italien (zwei Prozent) oder Russland (ein Prozent), deutlich unterrepräsentiert. Hinzu kommt, dass sich das Kulturangebot ganz überwiegend auf die Innenstadt (75 Prozent) konzentriert, gefolgt mit großem Abstand von Ehrenfeld (elf Prozent). Gerade in Kölner Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil ist ein professionelles kulturelles und insbesondere interkulturelles Angebot kaum zu finden. So liegt deren Anteil in Kalk bei gerade einmal ein Prozent, im Vergleich dazu leben dort 44 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund.

Daneben stehen zahlreiche kulturelle Angebote der Migrantenvereine, vor allem im Bereich traditioneller Kunstformen aus den Herkunftsländern der Mitglieder. Diese Formen finden jedoch nahezu keinen Niederschlag in den deutschsprachigen Medien. Die befragten Vereine zeigen sich indes grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Kölner Kulturangebot.

Bestellung und Download-Service

Die Buchfassung der Studie können Sie für 18 Euro bestellen:

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Sürther Hauptstraße 76
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Kulturwelten in Köln
PDF, 1675 kb