Alkohol: gern getrunken - legal, aber brisant

© Stadt Köln

Die Kampagne "Keine Kurzen für Kurze" soll Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Alkoholmissbrauchs schützen!

Das Alter, in dem junge Menschen zum ersten Mal Alkohol trinken, steigt seit 2004 kontinuierlich an. Das Durchschnittsalter des ersten Konsums von Alkohol liegt derzeit in Deutschland bei 14,8 Jahren. Der erste Rausch wird durchschnittlich mit 16,2 Jahren erlebt.

Alkohol wird gern getrunken, ist auf Festen kaum wegzudenken und in unserem Kulturkreis weit verbreitet. Es wird aber nicht jeder Mensch, der Alkohol trinkt, abhängig oder hat einen riskanten Alkoholkonsum. Jedoch konsumieren über 9,5 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in riskanter Form. Davon gelten 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig. Grundlage dafür ist eine Stichprobenbefragung der Bundeszentrale gesundheitlicher Aufklärung aus dem Jahr 2014.

Jugendliche sind besonders gefährdet!

Aktuell trinken etwa ein Drittel der Jugendlichen von 15 bis 17 Jahren regelmäßig Alkohol. Riskantes Trinken nimmt zu, so etwa das "Rauschtrinken" unter Jugendlichen. Außer den gesundheitlichen Auswirkungen ist die Gefahr von Unfällen im Straßenverkehr durch den Einfluss von Alkohol besonders hoch.

Deshalb: Unterstützen Sie bitte diese Kampagne und helfen Sie weiterhin mit, Kinder und Jugendliche zu schützen!

  • Keine Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren!
  • Keine Spirituosen an Jugendliche unter 18 Jahren, auch keine Liköre!
  • Keine Alkopops an Jugendliche unter 18 Jahren!
  • Alkopops müssen mit folgendem Hinweis versehen sein: "Abgabe an Personen unter 18 Jahren verboten, § 9 Jugendschutzgesetz"!

Insbesondere den Einzelhandel und die Gaststätten fordern wir auf, auch weiterhin auf folgende Punkte besonders zu achten:

  • Lassen Sie sich im Zweifel den Ausweis zeigen!
  • Verweigern Sie unter gegebenen Umständen den Verkauf von Alkohol!
  • Machen Sie deutlich, dass der Verkauf von Alkohol an Jugendliche laut Gesetz nicht erlaubt ist!
  • Bieten Sie in Gaststätten mindestens ein nichtalkoholisches Getränk nicht teurer an als das billigste alkoholische Getränk. So sieht es das Gaststättengesetz vor!
  • Kommen Sie der gesetzlichen Auflage nach und hängen Sie das aktuelle Jugendschutzgesetz und die für den jeweiligen Gewerbebetrieb geltenden Vorschriften gut sichtbar auf!

Gefahr Alkohol?!

Wenn Kinder und Jugendliche Alkohol konsumieren, wird oft unterschätzt, dass sie sich ein einer Entwicklungsphase befinden. Sie wollen ihre Grenzen austesten und ihre Position in der Gesellschaft finden. Maß zu halten gehört oft ebenso wenig zu den Zielen, wie der vermeintliche Verzicht auf den Spaßfaktor Alkohol.

Riskantes Trinken unter Jugendlichen ist ein ernstzunehmendes Thema. Zunehmend ist auch eine erhöhte Gewaltbereitschaft unter Alkoholeinfluss zu verzeichnen. Alkohol wirkt in geringen Mengen anregend und stimmungssteigernd. Hemmungen und Ängste werden weniger stark wahr genommen. Daher scheint die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft vorübergehend erhöht.

Jugendliche sind gefährdet, da sie Alkohol trinken, um:

  • soziale Ängste zu verringern
  • die eigene "Stimmung" zu verbessern
  • Geselligkeit herzustellen
  • Ärger hinunterzuspülen
  • das Empfinden von Sinnlosigkeit zu vertreiben
  • ihren Selbstwert zu steigern

Bei mittlerer und höherer Dosierung schlägt die gesteigerte Stimmung oft um in ein Empfinden von Unzulänglichkeiten und führt zu Aggression und Gewalt. Im schweren Rausch kommt es zur Veränderung von Bewusstseins- und Orientierungszuständen.

Gesetzliche Grundlagen

Das Jugendschutzgesetz auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz:

Jugendschutzgesetz

Bußgelder und Strafen

Wenn Sie gegen die Vorschriften des Jugendschutzgesetzes verstoßen, kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Bei besonders schwer wiegenden Verstößen kann neben dem Bußgeld auch die Schließung Ihres Betriebes angeordnet werden (§ 28 Absatz 5 Jugendschutzgesetz). Vorsätzliche Verstöße aus Gewinnsucht oder bei beharrlicher Wiederholung können mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer erhöhten Geldstrafe bestraft werden und führen in jedem Fall zu einer Betriebsschließung (§ 27, Absatz 2 Jugendschutzgesetz).

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Ordnungs- und Verkehrsdienst unter 0221 / 221-32000.

Sponsoren und Unterstützer der Kampagne

  • Stadt Köln
  • Aidshilfe Köln
  • Landschaftsverband Rheinland
  • Kölner Verkehrs-Betriebe
  • Festkomitee des Kölner Karnevals
  • Interessengemeinschaft Altstadt
  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband
  • Sozialdienst Katholischer Männer Köln
  • Sozialdienst Katholischer Frauen Köln
  • Arbeitsgemeinschaft Offene Tür
  • Drogenhilfe Köln
  • Polizei
  • Bundespolizei Köln

Downloadservice

Flyer Keine Kurzen für Kurze
PDF, 1938 kb