Informationen zum Hantavirus

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In diesem Jahr kam es aufgrund des anhaltenden warmen und trockenen Wetters und der guten Futtersituation für Nager zu einem Anstieg der Hantavirus-Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Erkrankungen unterliegt aber immer wieder großen Schwankungen: Die Zahl der in 2017 bisher aufgetretenen Hantavirus-Erkrankungen ist per se nicht außergewöhnlich.

Wie steckt man sich an?

In Köln werden Hantaviren vor allem von Rötel- und Brandmäusen übertragen. Die Viren werden von den infizierten Nagern über Kot, Urin und Speichel ausgeschieden. Der Mensch infiziert sich über den Kontakt mit diesen infizierten Ausscheidungen, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und die Erreger eingeatmet werden. Eine Infektion durch Bisse von infizierten Nagern ist ebenfalls möglich. Von Mensch zu Mensch wird das Virus normalerweise nicht übertragen.

Welche Symptome sind typisch?

Die Virusinfektion verläuft häufig unbemerkt. Wenn Beschwerden auftreten, dann kommt es zu massiven grippeähnlichen Symptomen mit über 3 bis 4 Tage anhaltendem, hohem Fieber über 38°C, Abgeschlagenheit, Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen. Bei einzelnen schweren Verläufen kann es zu einer Nierenfunktionsstörung bis hin zu einem akuten Nierenversagen kommen.

Wann besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Hantavirus-Infektionen kommen ganzjährig vor, eine Häufung der Erkrankungen ist in den Frühjahrs- und Sommermonaten von Mai bis September zu verzeichnen. Das größte Risiko für eine Infektion besteht, wenn man Kontakt mit Nagern oder deren Ausscheidungen hat.
Insbesondere:

  • bei Arbeiten in der Forstwirtschaft oder im Bauwesen (zum Beispiel Holzschlagen, Umschichten von Holzstapeln, Jagen), 
  • beim Aufenthalt auf Dachböden oder in Kellern, Garagen und Schuppen, in denen Nager vorkommen oder vorkamen, vor allem bei der Reinigung sowie beim Auf- und Umräumen
  • bei Aktivitäten im Freien, die zum Kontakt mit Nagern und/oder deren Ausscheidungen führen kann (Gartenarbeiten, Joggen, Zelten) sowie
  • beim Aufenthalt in Gegenden, in denen sich Nager stark vermehrt haben und in hoher Dichte vorkommen.

Wie können Sie eine Infektion verhindern?

Sie können das Risiko einer Hantavirus-Infektion verringern, indem Sie den Kontakt zu Nagern und deren Ausscheidungen vermeiden und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einhalten. So ist es ratsam, bei Tätigkeiten, bei denen Staub aufgewirbelt werden kann, das Areal erst anzufeuchten, damit eine Staubbildung vermieden wird. Außerdem sollte Mäusekot prinzipiell nur mit Schutzhandschuhen und am besten mit Mundschutz entfernt werden. Schließlich sollte konsequent das Eindringen von Nagern in den Wohnbereich und seine nähere Umgebung verhindert werden.