12. Januar 2017

Uhrzeit:

20 Uhr

Infos:

Preis: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro
Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich

In den Büchern von Angelika Meier kommen Fantastik und Realismus auf vorbildliche Weise zusammen, nüchtern und halluzinogen zu gleichen Teilen. Es sind die irren Normalisierungen des Unfassbaren, die Meier wie kaum eine andere vermag. Was in der Exposition noch eine gewagte Metapher zu sein scheint, stellt sich mit einem Mal als reine Konkretion heraus.
In ihrem neuen Roman Osmo entfaltet sich das Geschehen um ein paar zusammengewürfelte Gestalten auf einer kalifornischen Solaranlage mit der unausweichlichen Logik des Sonnenstichs. Meier zeichnet die tragikomische Utopie einer abgemeldeten Zukunftsbranche und stößt mitten in der amerikanischen Wüste auf den Randstrich der Seele, eine »festumrissene, tief im unteren Bodensegment eingescharrte, handbreite, leicht gebogene Linie«.

 

Javier Bellos poetische Assoziativkraft baut ganze Satellitenstädte, sie baut Satelliten, Planeten und Weltraum gleich mit. Vielleicht ist im Universum schon heute nicht mehr genügend Platz für all die neuen Universen, die Bello in seinen Gedichten mit großem Ernst und tollkühner Kombinatorik erschafft.
Höchst unwahrscheinlich sind seine lebendigen neuen Verbindungen, mit rasanter Metaphorik macht er sich an den Wahrnehmungsroutinen zu schaffen und erinnert uns daran, dass die so genannten freien Assoziationskräfte auch Züge von Unausweichlichkeit tragen: Es fällt uns etwa an, wir müssen daran denken. Und alles, so Javier Bello, was einmal gedacht wurde, existiert.

 

Maricela Guerrero ist eine mexikanische Dichterin und Performerin, deren Lesungen von einer umwerfenden Heiterkeit sind. Es braucht nur eine winzige Geste von ihr und das Publikum findet sich mit einem Mal in der Tiefsee wieder und macht dort Bekanntschaft mit redseligen Schalentieren.
Vor unseren Augen entstehen Mischwesen aus Krake und Krankengymnastik, Krabben brüsten sich ihrer knirschenden Scheren und der Hausarzt hat heute nur eine Diagnose: Sie haben es überreizt, Sie sind ein Kugelfisch. Mit ungeheurer Tapferkeit und großem Humor bewegt sich die Dichterin zwischen »Kräften, die sich anziehen und Kräften, die sich abstoßen: zwischen Kräften, die tanzen und Kräften, die auf unendlichen Seziertischen erstarren.«

 

Der mongolische Schriftsteller und Schamane Galsan Tschinag spricht neben seiner Muttersprache D’wadl (Tuwinisch) vier weitere Sprachen: Kasachisch, Mongolisch, Russisch und Deutsch, die Sprache, in der er seine Bücher verfasst.
»Poesie«, schreibt Tschinag, »ist die summende Stimme der Seele eines jeden Lebewesens, wobei nach dem nomadisch-schamanischen Weltenverständnis nicht nur Menschen und Tiere, Gräser und Bäume, sondern auch Gewässer und Gesteine, Lüfte und Lichter belebt sind. Und der Dichter ist derjenige, der all die Stimmen in uns selbst und um uns herum ablauscht.«

 

In Kooperation mit „Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln

Veranstaltungsort
Stadtbibliothek Köln
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln - Altstadt/Süd
Telefon:
0221 / 221-23828
Fax:
0221 / 221-23933
Öffnungszeiten

Montag, 10 bis 18 Uhr (mit eingeschränktem Service!)
Dienstag und Donnerstag, 10 bis 20 Uhr
Mittwoch und Freitag, 10 bis 18 Uhr
Samstag, 10 bis 15 Uhr

Infos zum barrierefreien Zugang
  • Der Eingangsbereich ist für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer voll zugänglich.
  • Markierte Behindertenparkplätze sind vorhanden.
  • Es ist ein Personenaufzug vorhanden.
  • Die Toiletten sind für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer voll zugänglich.

Anfahrt

  • Stadtbahn-Linien 1, 3, 4, 7, 9, 16, und 18 und (Haltestelle Neumarkt)
    Bus-Linien 136 und 146 (Haltestelle Neumarkt)
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