Das Glockenspiel besteht aus 48 bronzenen Glocken, die 1958 durch das Kölner Handwerk an uns übergeben wurden.

Glockenspender

Der damalige Präsident der Kölner Handwerkskammer sammelte das notwendige Geld zur Restaurierung des während des zweiten Weltkriegs zerstörten Ratsturms und ermöglichte somit auch die Herstellung des Glockenspiels. Von den Nachfolgern der mittelalterlichen Zünfte, den Kölner Handwerksinnungen, wurden 45 Glocken gestiftet. Neben den Kölner Handwerksinnungen stiftete unter anderem auch unser langjähriger Kölner Oberbürgermeister und Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Glocke. Zu erkennen sind die jeweiligen Spender an der Prägung auf den Glocken.

Wissenswertes

Mit einem Gesamtgewicht von etwa 14 Tonnen hängen die 48 bronzenen Glocken in der Spitze des Rathausturmes. Sie sind auf zwei Etagen verteilt. Jede einzelne Glocke kann mit dem original Klöppel oder mit einem elektromagnetisch ausgelösten Hammer zum Klingen gebracht werden. Vor einiger Zeit wurden die Musikstücke digitalisiert, das bedeutet, dass das Glockenspiel heute von einem Computer in Gang gesetzt wird. Es ist auch noch mit der Hand bespielbar.

Melodien

Viermal täglich erklingen die Glocken im Ratsturm. Die Auswahl umfasst 24 Musikstücke, die regelmäßig wechseln.

  • 9 Uhr
    "Die Gedanken sind frei" - Volkslied aus dem 19. Jahrhundert
  • 12 Uhr
    "Tierkreis - 12 Melodien der Sternzeichen" des Komponisten Karlheinz Stockhausen.
  • 15 Uhr
    Kölner Klassiker
  • 18 Uhr
    Komposition von Jacques Qffenbach

Näheres zu den Melodien

Der Text des Liedes "Die Gedanken sind frei" drückte in Zeiten der Unterdrückung die Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängikeit aus.

Durch die Aufnahme von Karlheinz Stockhausens Tierkreismelodien in den Spielplan des Glockenspiels ist Köln die einzige Stadt Deutschlands, in der kontinuierlich und täglich "neue Musik" an einem öffentlichen Platz gespielt wird. Jede Melodie repräsentiert eines der zwölf Sternzeichen. Es handelt sich um musikalisch anspruchsvolle Stücke, in denen die verschiedenen Charaktereigenschaften der Menschen zum Ausdruck kommen. Die Melodien werden entsprechend dem Sternkreis folgend über das Jahr verteilt gespielt.

Mit den Kölner Klassikern "Wer soll das bezahlen" und "Wir kommen alle, alle Alle in den Himmel" des Kölner Komponisten Jupp Schmitz wird die typische emotionale Spannung zwischen Schuld und Erlösung der kölschen Seele beschrieben. Hinzu kommen Lieder, die die Kölner Lebensart zum Ausdruck bringen. "En unserm Veedel", "Echte Fründe" und "Drink doch ene met" von den Bläck Föös sowie "Dat Jlockespill vum Rothuusturm" von Gerhard Jussenhoven. Gespielt werden diese sechs Lieder im wöchentlichen Wechsel.

Von Jacques Offenbach werden seine berühmtesten Melodien wie die "Barkarole" aus "Die Rheinnixen", der "Cancan" aus "Pariser Leben", der "Galopp infernal" aus "Orpheus in der Unterwelt" und "Klein Zak" aus "Hoffmanns Erzählungen" gespielt.

Konzerte

Zwei bis drei Mal im Jahr finden bevorzugt in den Sommermonaten Sonderkonzerte statt, zu denen Carilloneure (Glockenspieler) aus dem In- und Ausland eingeladen werden. Je nach Anlass und Jahreszeit werden die Programme individuell gestaltet. Volks- und Heimatlieder mit Bezug zu Köln finden ebenso Berücksichtigung wie Stücke aus den Partnerstädten oder Advents- und Weihnachtslieder. Eine Besonderheit stellen Konzerte dar, bei denen das Glockenspiel zusammen mit anderen Instrumenten erklingt.