Türen öffnen für bedeutungsvolles Lernen

Die Entwicklung und Gestaltung eines Stadtquartiers zu einem zukunftsfähigen Raum im pädagogischen und baulichen Sinne: Dies ist das Ziel, das sich sieben Bildungseinrichtungen rund um den Kölner Stadtteilpark Klingelpütz gesetzt haben. In der Bildungslandschaft Altstadt Nord (BAN) werden Räume geschaffen, die ein lebensnahes und verantwortungsvolles Lernen und Lehren ermöglichen. Sie werden von den Montag Stiftungen "Jugend und Gesellschaft" und "Urbane Räume", Bonn begleitet. Zentrales Anliegen ist die Verbesserung der Bildungschancen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Verbund

In einer Kooperationsvereinbarung haben sie sich auf folgende Ziele verständigt:

Es wird ein Verbund angestrebt,

  • in dem die nach wie vor bestehenden Ungleichheiten der Bildungschancen so weit wie möglich abgebaut werden.
  • in dem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lernen, Unterschiede wertzuschätzen, Ambivalenzen aushalten zu können, in dem sie so angenommen und willkommen geheißen werden, wie sie sind.
  • in dem junge Menschen die für sie wichtigen Bildungserfahrungen machen sowie Fähigkeiten und Begabungen entwickeln können.
  • in dem junge Menschen erfahren, dass ihr Lernen hilfreich begleitet, ihre Arbeit wertgeschätzt, ihre Leistung gesehen und gewürdigt wird.
  • in dem junge Menschen zu lebenszuversichtlichen, verantwortlichen, politikfähigen Bürgerinnen und Bürgern unseres demokratischen Gemeinwesens heranwachsen.
  • der an sich selbst hohe Anforderungen stellt, der sich an den eigenen Maßstäben orientiert und seine Arbeit selbstkritisch überprüft.

Räume schaffen

Es sollen im pädagogischen und baulichen Sinne Räume geschaffen werden, die ein lebensnahes, verantwortungsvolles und inklusiv angelegtes Lernen und Lehren für alle Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtungen und für die Bürgerinnen und Bürger des Kölner Stadtteils Altstadt Nord ermöglichen.

Diese pädagogische Zusammenarbeit wird neue Raumprogramme in zum Teil neu entstehenden Gebäuden zur Folge haben. Sie werden gemeinsam in einem partizipativen Prozess geplant. So wird eine Architektur entwickelt, die optimal für alle Beteiligten nutzbar sein wird und den Stadtteil um den Klingelpützpark stärkt.

Die Inhalte und die Formen der Zusammenarbeit wurden von den Einrichtungen selbst in insgesamt sechs Werkstätten entwickelt. Sie wollen ihre Zusammenarbeit auf der Basis der Leitidee „Bedeutungsvolles Lernen" gemeinsam gestalten.


Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Um ein selbstverantwortetes gemeinschaftliches Lernen für alle Beteiligten vor Ort im Alter zwischen 3 und 25 Jahren (und darüber hinaus) zu ermöglichen, ist die Einbindung der Nutzer in die Konzeption und Entwicklung des Verbundes erforderlich.

Denn die unter bedeutungsvolles Lernen beschriebene Zusammenarbeit soll in Gebäuden Raum finden, die optimal für alle Beteiligten nutzbar sind und die den Stadtteil um den Klingelpützpark in seiner Identität und Entwicklung stärken.

Bisher wurden vor allem die Pädagogen aus dem Bildungsverbund beteiligt. Nun sollen Schülerinnen und Schüler, Nutzer der Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil den Prozess bereichern, indem sie ihr Know How, ihre Wünsche und Bedürfnisse formulieren und einbringen.

Informationen zu den Bildungseinrichtungen

Wissenswertes zum Projekt

Lageplan und Umfeld der Bildungslandschaft

Die Bildungslandschaft Altstadt Nord liegt im Herzen der Stadt. Dom und Bahnhof, Ebertplatz und Eigelsteintorburg, Hansahochhaus und Mediapark sind die Besuchermagneten in unmittelbarer Nachbarschaft.

Die Bildungslandschaft Altstadt Nord spannt sich auf zwischen Eigelsteintorburg, den Ringen und der Kyotostraße. Sie hat ihr Zentrum im Klingelpütz-Park.
Bis in die 60er Jahre stand dort die Justizvollzugsanstalt der Stadt Köln. Das Stadtviertel ist in den Köpfen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Kölner Bevölkerung nicht eindeutig definiert. Ihm fehlt trotz der wechselvollen, symbolischen Geschichte des Gefängnisses und der Beliebtheit des Parks eine eindeutige Mitte. Wohnen und Handel, Kölner Unterwelt und Medienhype, multikulturelle Straßenzüge und urkölsche Ecken grenzen unmittelbar aneinander.

Obwohl das Viertel keine symbolische Mitte besitzt, hat es doch ein gemeinsames Thema: die Bildung und Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Ungefähr 2.000 Kinder und Jugendliche befinden sich tagsüber in den unterschiedlichen Einrichtungen. Die 140 Pädagoginnen und Pädagogen können unterschiedliche Qualifikationen und Schwerpunkte mit in den Bildungsverbund einbringen. Von der Erlebnispädagogik über die Sozialarbeit bis hin zur Werkstattleitung und zum Unterrichtenden.

Die Entwicklung und Gestaltung eines Stadtquartiers zu einem zukunftsfähigen Raum im pädagogischen und baulichen Sinne ist das Ziel, das sich sieben Bildungseinrichtungen rund um den Kölner Stadtteilpark Klingelpütz gesetzt haben. Es sollen im pädagogischen und baulichen Sinne Räume geschaffen werden, die ein lebensnahes, verantwortungsvolles und inklusiv angelegtes Lernen und Lehren für alle Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtungen und für die Bürgerinnen und Bürger des Kölner Stadtteils Altstadt Nord ermöglichen.

Die Auseinandersetzungen an den Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis und den vorhandenen Strukturen und Verfahren führen im laufenden Prozess zu neuen Erkenntnissen, die Beispiele und Vorbilder für weitere Bildungslandschaften haben können. Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planer, Auftraggeberinnen und Auftraggeber müssen auf neue Anforderungen reagieren. Insbesondere die anstehenden Sanierungs-, Erweiterungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen für den Ganztag erfordern einen neuen Dialog zwischen Pädagogik und Architektur.

In der Bildungslandschaft Altstadt Nord wird das Miteinander von Pädagogik, Städtebau und Architektur im gesamten Prozess durch den aktiven Dialog der Akteure gelebt. Dies reicht von der Beschäftigung der Einrichtungen mit ihren zukünftigen Räumen und Nutzungen über die Durchführung von Workshops bis hin zur Mitsprache beim konkreten Planungsverfahren.

Städtebauliche Analyse des Büros für Stadtplanung, Regina Stottrop, Köln (November 2007)
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