Wenn für eine Schülerin oder einen Schüler die Fördermöglichkeiten der allgemeinen Schule nicht ausreichen, besteht möglicherweise sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf. Die sonderpädagogische Förderung wird individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes abgestimmt.

Verfahren

Unter Beteiligung der allgemeinen Schule, einer sonderpädagogischen Lehrkraft und der Schulärztin oder des Schularztes wird ermittelt, ob ein individueller sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf des Kindes vorliegt. Teil des Verfahrens ist ein pädagogisches und gegebenenfalls ein medizinisches Gutachten. Die Entscheidung, ob eine Schülerin oder ein Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat und welcher Förderschwerpunkt vorrangig besteht, trifft die Schulaufsichtsbehörde.

Wenn ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf vorliegt, ist der Regelförderort die allgemeine Schule. Die Eltern können auch alternativ die Förderschule wählen.

Weitere Informationen zum Verfahren finden Sie auf den Seiten:

Schulministerium Nordrhein-Westfalen

Eine sonderpädagogische Förderung kann differenziert auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. Dabei ist zu entscheiden:

  • Was überwiegend gefördert wird - dies bestimmt den Förderschwerpunkt und
  • wo diese Förderung stattfindet - dies bestimmt den Förderort.

Förderschwerpunkte sind

  • Emotionale und soziale Entwicklung
  • Hören und Kommunikation
  • Körperliche und motorische Entwicklung
  • Sehen
  • Sprache
  • Geistige Entwicklung
  • Lernen.

    Darüber hinaus gibt es in bestimmten Fällen sonderpädagogische Förderung

  • in der Schule für Kranke
  • im Hausunterricht.

Förderorte sind

  • allgemeine Schulen mit Gemeinsamen Lernen
  • Förderschulen 

Allgemeine Schulen mit Gemeinsamem Lernen

Gemeinsames Lernen in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I

Im Gemeinsamen Lernen lernt ein Kind mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zusammen mit Kindern ohne sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in einer allgemeinen Schule. Hierzu erhält die Lehrkraft der allgemeinen Schule Unterstützung durch eine Lehrkraft für Sonderpädagogik. Beide erstellen gemeinsam einen individuellen Förderplan für das Kind. Sie unterrichten zeitweise zusammen in der Klasse und überprüfen regelmäßig die Lernfortschritte des Kindes. 

Kölner Schulen, die Gemeinsames Lernen anbieten

Förderschulen

Besteht sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf, können die Eltern auch die Beschulung in einer Förderschule wählen. Für die einzelnen Förderschwerpunkte bestehen jeweils eigene Förderschulen.

Übersicht Kölner Förderschulen

Mögliche Abschlüsse in den einzelnen Förderschwerpunkten

Förderschwerpunkte emotionale und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen, Sprache

In den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen, Sprache kann ein qualifizierter Schulabschluss erreicht werden.

Die LVR - Anna-Freud-Schule, Alter Militärring 96, 50933 Köln ist die einzige weiterführende Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in NRW, bei der in der Sekundarstufe I der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) und die Abschlüsse der Sekundarstufe II Allgemeine Hochschulreife (Abitur) beziehungsweise schulischer Teil der Fachhochschulreife erworben werden können. 

Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung und Lernen

Das Abschlusszeugnis der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen bestätigt den erfolgreichen Abschluss des eigenen Bildungsganges. In einem besonderen Bildungsgang führt die Klasse 10 zu einem dem Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) gleichwertigen Abschluss. 

Das Abschlusszeugnis der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung bescheinigt die erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Schule für Kranke und Hausunterricht

Schülerinnen und Schüler, die wegen einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder in einer vergleichbaren medizinisch-therapeutischen Einrichtung mindestens vier Wochen nicht am Unterricht ihrer Schule teilnehmen können, erhalten Unterricht in einer Schule für Kranke. In Ausnahmefällen kann der Unterricht dort auch während der ambulanten Nachbehandlungszeit fortgeführt werden, wenn aus medizinisch attestierten Gründen ein Besuch der Heimatschule noch nicht möglich ist. Die Schule für Kranke unterrichtet in den Curricula aller Schulformen. Bei sehr langfristigen Aufenthalten erteilt sie die in der Sekundarstufe I möglichen Abschlüsse.

Weitere Informationen zum Hausunterricht