Rio de Janairo - Brasilien
Die 22. internationale Städtepartnerschaft geht an den Start
Am 19. September 2011 war es soweit: Im Rahmen eines Festaktes im Stadtpalast der Stadt Rio de Janeiro unterzeichneten Oberbürgermeister Jürgen Roters und Oberbürgermeister Eduardo da Costa Paes im Beisein der Kölner Ratsmitglieder Martin Börschel, Winrich Granitzka, Barbara Moritz und Ralph Sterck den Kooperationsvertrag zwischen beiden Kommunen und besiegelten damit die 22. internationale Städtepartnerschaft der Stadt Köln.
Der feierlichen Zeremonie wohnten darüber hinaus Dr. Werner Hoyer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, sowie zahlreiche brasilianische Medienvertreterinnen und -vertreter bei. Spontan bot sich Roters die Gelegenheit, sich mit einem Grußwort auch an die Abgeordneten im Stadtparlament zu wenden. Dabei bekräftigte er, die nun offiziellen Beziehungen für beide Städte gewinnbringend mit Leben füllen zu wollen.
Das gemeinsame Mittagessen mit den geladenen Gästen bot gleich im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung eine gute Gelegenheit, sich kennen zu lernen, sich zu vernetzen und erste Ideen für die zukünftige Zusammenarbeit auszutauschen. Davon machten auch Dr. Hildegard Stausberg vom Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Rio de Janeiro e. V. sowie Tadeu Caldas, Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein e. V. regen Gebrauch, die als Vertreterin beziehungsweise Vertreter der beiden Vereine zur Förderung der neuen Städtepartnerschaft in der Kölner Bürgerschaft mit nach Brasilien gereist waren.
Strategische Partnerschaft
Mit dieser Städtepartnerschaft wird die schon zwischen den Staatsregierungen beider Länder angestrebte Stärkung der bilateralen Beziehungen auf kommunaler Ebene fortgesetzt. Bereits im Jahr 2009 verabschiedeten die Bundesrepublik Deutschland und die Föderative Republik Brasilien ein Memorandum of Unterstanding über die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Klimawandels als einen Baustein in einer strategischen Partnerschaft. Auch das Land Nordrhein-Westfalen misst den deutsch-brasilianischen Beziehungen einen hohen Stellenwert bei und zählt den Bundesstaat Rio de Janeiro zu seinen Partnerländern.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit werden die Bereiche Wirtschaft/Tourismus, Klimaschutz, Stadtentwicklung, Kunst und Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie Sport stehen. Ziel ist es, im Fach- und Erfahrungsaustausch, durch die Arbeit in gemeinsamen Projekten sowie einen wechselseitigen Wissenstransfer den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts an urbane Ballungszentren zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger beider Metropolen erfolgreich zu begegnen.
Zudem soll auch der interkulturelle Dialog gefördert werden. So wird zum Beispiel angestrebt, die Deutsche Schule in Brasilien, deren Besuch auf dem umfangreichen Reiseprogramm stand, mit der Kölner Europaschule zu vernetzen und den Grundstein für eine offizielle Schulpartnerschaft zu legen.
Unterstützung und Beratung
Ganz konkret wird die Stadt Köln die neue Partnerstadt bei der Organisation der Rio plus 20-Konferenz im Sommer 2012 unterstützen und beratend im Zuge der Vorbereitungen zum Weltjugendtag 2013, der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 tätig werden. Vor allem der Aspekt der Nachhaltigkeit im Hinblick auf den Umwelt- und Klimaschutz wird dabei im Fokus stehen.
Die Kölner Sozial- und Umweltdezernentin Henriette Reker sieht im Dialog mit den Verantwortlichen in Rio gute Chancen, auch neue Lösungsansätze zur Bewältigung von Verkehrsproblemen entwickeln zu können. Zudem soll bei den Kooperationen auch das Thema Wasserwirtschaft eine wichtige Rolle spielen.
Im Dezember 2011 erwartet Reker die Präsidentin des brasilianischen Wasserwirtschaftsverbandes zu Gesprächen in Köln, an denen sich auch der Kölner Stadtwerke Konzern (SWK) sowie die hiesigen Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) beteiligen werden. Schon in Rio nutzten die Geschäftsführer Dr. Dieter Steinkamp (SWK) und Otto Schaaf (StEB) ihren Aufenthalt, um hier wichtige Kontakte zu knüpfen.
Kultur und Entwicklung
Im Rahmen des Kulturaustausches strebt zunächst die Oper Köln im Jahr 2013 ein Gastspiel in der brasilianischen Metropole als größeres Projekt an. Auch der begonnene Erfahrungs- und Ideenaustausch zum Karneval, für den beide Städte weltweit berühmt sind, soll neue Inspirationen bringen. Christoph Kuckelkorn, Leiter des Kölner Rosenmontagszuges, hatte sich der offiziellen Delegation der Stadt Köln angeschlossen und möchte schon in die Gestaltung des Zuges 2012 erste Impulse, die er von seiner Reise nach Rio mitgebracht hat, einfließen lassen.
Eine Projektpartnerschaft zwischen der Stadt Köln, MISEREOR und der Stiftung Bento Rubião soll die Stadt Rio de Janeiro im Zuge der Aktiviten der kommunalen Entwicklungshilfe unterstützen, die Infrastruktur in der Favela Rocinha zu verbessern.
Köln präsentiert sich bei den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen
Der Termin für die Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages war im Vorfeld zwischen beiden Kommunen so abgestimmt worden, dass die Kölner Delegation bei ihrem Besuch in Rio auch gleich die Möglichkeit hatte, die Rheinmetropole als Businesszentrum auf den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen eindrucksvoll zu präsentieren. Welche Bedeutung Städtepartnerschaften gerade auch im Kontext der Wirtschaftsförderung zukommt, belegen die Partnerschaften Kölns mit Peking und Istanbul.
Hier haben sich die ökonomischen Beziehungen von der Partnerstadt ausgehend über das gesamte Land gut entwickelt und zu zahlreichen Unternehmensansiedlungen in Köln geführt. In Brasilien wurde seitens der Medien die Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Rio und Köln auch überregional interessiert wahrgenommen und in die Berichterstattung aufgenommen. Und auch Staatsminister Dr. Hoyer sowie der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dr. Hans-Peter Keitel, gingen bei der Eröffnung der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage auf die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen beiden Städten ein.

Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage: Oberbürgermeister Jürgen Roters (2.v.r.) vertritt die Stadt Köln bei der Podiumsdiskussion
Gemeinsam mit Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, und Dr. Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln, ist es Jürgen Roters und der Kölner Dezernentin für Wirtschaft und Liegenschaften, Ute Berg, gelungen, für Köln als attraktiven Wirtschaftsstandort im Westen Deutschlands und Herzen Europas mit all seinen Vorzügen zu werben. Und dazu zählen nicht nur die sogenannten harten Standortfaktoren wie die gute Verkehrsinfrastruktur und der unbürokratische und schnelle Service der one-stop-agency im Kölner Amt für Wirtschaftsförderung, sondern vor allem auch die große brasilianische Community in der Region und die weltoffene Atmosphäre in Köln.
Davon konnten sich schon im Oktober zahlreiche brasilianische Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und der Wirtschaft überzeugen. Zur Anuga, der Leitmesse für die für globale Ernährungswirtschaft, hat eine größere Delegation von Fachvertreterinnen und Fachvertretern Köln besucht. Zudem haben sich, wie die Koelnmesse GmbH mitteilte, zur UrbanTec, der neuen Messe rund um das Thema "Smart Technologies for better Cities", Ende Oktober rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.
Berg ist sich deshalb sicher, dass es aufgrund der Vielfalt und den Berührungspunkten in den Branchen IT, Automobilindustrie, Gesundheit/Health Care, Nahrungsmittel, Medien, Kommunikations- und Musikwirtschaft sowie Umwelttechnologien/erneuerbare Energien nach der ersten Visite in Rio gelingen wird, die auf der Reise geknüpften Wirtschaftskontakte intensivieren und weiter entwickeln zu können.
Kontakt zu den Städtepartnerschaftsvereinen
Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft
Köln - Rio de Janeiro e. V.
Dr. Hildegard Stausberg (Vorsitzende)
Albert Kock (Geschäftsführung)
Geschäftsstelle:
Kock Lohmann Public Relations GmbH & Co. KG
Probsteingasse 15-19
50670 Köln
Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein e. V.
Tadeu Caldas (Vorsitzender)






