Harun Farocki
von 30. Oktober 2009 bis 7. März 2010
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: 10 bis 22 Uhr
Auge/Maschine III (2000)Mit einer Überblicksausstellung zu Harun Farocki (geboren 1944 in Nový Jicin in der heutigen tschechischen Republik) setzt das Museum Ludwig die Reihe bedeutender Filmemacher fort, deren Werke zwischen Ausstellungsraum und Kino angesiedelt sind.
Die Werkschau in den Museumsräumen umfasst sieben Videos und Video-Installationen von 1995 (Schnittstelle) bis heute (Immersion). Außerdem ist der frühe Film "Die Worte des Vorsitzenden" (1967) in der Ausstellung zu sehen. Die Reihe mit Werken Farockis im Kino des Museum Ludwig präsentiert 15 Filme. Die Zeitspanne reicht von 1968 ("Nicht löschbares Feuer") bis 2009 ("Zum Vergleich", der im September seine Erstaufführung hatte).
Harun Farockis filmische Untersuchungen gesellschaftspolitischer Symptome sind gepaart mit der Frage nach den Produktions- und Rezeptionsbedingungen des Filmbildes.
Seit 1995 übersetzt Farocki seine Filme in Videoinstallationen im Ausstellungsraum. Vergleichbar mit seiner besonderen Montage im Film arbeitet Farocki im Ausstellungsraum mit Mehrfachprojektionen, die die Betrachter durch ihre eigene Leistung der Kombination und Imagination aktivieren und in eine reflektorische Distanz bringen.
Mit "Schnittstelle" hat Farocki sein erstes Werk im Kunstkontext geschaffen. Er reflektiert darin die eigene filmische Arbeit und arbeitet mit bereits vorhandenem Material. Der Titel bezieht sich sowohl auf den Schneidetisch des Filmemachers als auch auf die "Mensch-Maschine-Schnittstelle". In "Aufstellung" erzählt Farocki mit Figuren zur Illustration von Schaubildern die Geschichte der Migration in Deutschland. Die große, für die documenta XII entwickelte Arbeit "Deep Play" zeigt auf zwölf Monitoren Bilder des Fußball-Weltmeisterschaft-Endspiels von 2006, das 1,5 Milliarden Zuschauerinnen und Zuschauer am Bildschirm verfolgt haben. Zu sehen sind das Ausgangsmaterial der Fernsehanstalten und digital bearbeitete Bilder, die eine mathematische Analyse des Spiels simulieren. Harun Farocki interpretiert die Monopolisierung von Live-Bildern als Weltregie der Fernsehindustrie.
Bereits in seiner Trilogie "Auge/Maschine", die zwischen 2001 und 2003 entstand, ging Farocki der Frage nach, wie militärische Aufnahmen Eingang in das zivile Leben finden.
Die Auseinandersetzung mit Bildern der Wehrtechnik nahm er in seiner neuesten Arbeit "Immersion" von 2009 wieder auf. Hier lenkte er das Augenmerk auf die Verschränkung der Film- mit der Computerspielästhetik. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat ein neues Computerprogramm "Augmented Reality" finanziert, das zur Ausbildung und zur posttraumatischen Behandlung von Soldaten dient. Diese leben mit dem Programm ihre Schreckenserlebnisse virtuell noch einmal.
Veranstaltungsort
Heinrich-Böll-Platz 1
50667 Köln - Altstadt/NordStadtplan
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S-Bahn-Linien S 6, S 11, S 12, S 13 sowie Deutsche Bahn (Haltestelle Köln Hauptbahnhof) - Fahrplan
- Kölner Verkehrs-Betriebe
Infos
- Preis
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