Der Weg zum 1. Kölner Bildungsbericht
Bundesprojekt "Lernen vor Ort"

Bildung wird vor allem vor Ort vermittelt. In unserem Leben durchlaufen wir viele verschiedene Bildungsstationen, vom Kindergarten über die Schule bis hin zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, dem Studium und Fortbildungen im und nach dem Berufsleben. Es gibt in Köln zahlreiche Bildungsanbieter und Bildungsangebote. "Lernen vor Ort" möchte diese vielfältigen Angebote gemeinsam mit den Bildungsakteuren aufeinander beziehen und miteinander abstimmen.
Mit dem Programm "Lernen vor Ort" soll ein stimmiges und integriertes System für das Lernen im Lebenslauf entwickelt werden, damit Bürgerinnen und Bürger ihre Bildungsbiografien erfolgreich gestalten können. Ein kohärentes Bildungsmanagement soll dazu beitragen (...) die fragmentarisierten Zuständigkeiten (verschiedener) Akteure in einer Verantwortungsgemeinschaft zusammenzuführen,
so das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Kommunales Bildungsmonitoring ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für ein gutes Bildungsmanagement. Daten zum kommunalen Bildungsgeschehen schaffen Transparenz und bieten Hilfestellung für politische und gesellschaftliche Diskussionen und Entscheidungen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union. Zahlreiche deutsche Stiftungen unterstützen das Vorhaben. Köln ist eine von 40 ausgewählten Kommunen in Deutschland, die "Lernen vor Ort" umsetzt und dabei von der RheinEnergieStiftung unterstützt wird.
Bildungsmonitoring in Köln

Das Kölner Bildungsmonitoring beobachtet das Bildungsgeschehen in Köln auf Grundlage zuverlässiger Daten. Diese Daten liefern grundlegende Informationen über Rahmenbedingungen, Prozessmerkmale und Ergebnisse von Bildungsprozessen. Dabei richtet das Kölner Bildungsmonitoring seine Aufmerksamkeit vor allem auf die in der Kommune verfolgten Bildungszielen und aktuelle Fragestellungen des Kölner Bildungswesens in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Aussagefähigkeit von Daten.
Neben Teilberichten bildet der Kölner Bildungsbericht, der alle zwei Jahre erscheinen soll, das Kernstück des Kölner Bildungsmonitorings. Mit dem Bericht soll Politik und Öffentlichkeit Informationen zur Verfügung gestellt werden, die Grundlage für Diskussionen um Bildungsziele und bildungspolitische Entscheidungen sein können.
Bundesprojekt: "Regionales Bildungsmonitoring"
Im Jahr 2009 wurde ein nationales Indikatorenkonzept erprobt, womit die Stadt Köln erste Erfahrungen mit einer kommunalen Bildungsberichterstattung sammeln konnte. Das Instrument kommt im Programm "Lernen vor Ort" zum Einsatz.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurde durch das Statistische Bundesamt, das Statistische Landesamt Baden-Württemberg und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung ein Instrumentarium als Service-Angebot entwickelt, das den Kommunen in Deutschland bei der Erstellung eines Bildungsberichts "Hilfe zur Selbsthilfe" bot. Für das Pilotprojekt, das am 22. November 2008 vom BMBF gestartet wurde, wurde die Stadt Köln gemeinsam mit der Lernenden Region - Netzwerk Köln e. V. als eine von insgesamt sechs Kommunen ausgewählt.
Integrierte Bildungsberichterstattung für Köln
Die Kölner Leitbildarbeitsgruppe "Bildung" des Bereichs "Aufgeschlossene Wissensgesellschaft" hat das Ziel einer integrierten Bildungsberichterstattung für Köln formuliert. Bildungsberichterstattung und Bildungsmonitoring sollen als kontinuierlicher Prozess in der Stadtgesellschaft etabliert werden.
Auf Anregung der Leitbildarbeitsgruppe beschloss der zuständige Ausschuss für Schule und Weiterbildung die Durchführung eines Expertenhearings zum Kölner Bildungsbericht. Das am 6. März 2008 durchgeführte Hearing hat deutlich gezeigt, dass die kommunale Berichterstattung einvernehmlich von allen Akteuren der Kölner Bildungslandschaft als zwingend erforderliches Informations- und Steuerungsinstrument für die Fortentwicklung zusammenhängender Bildungslandschaften angesehen wird.
Gemeinsam mit dem Leitbildarbeitskreis und in Abstimmung mit den Akteuren der Bildungslandschaft wurde ein umfangreicher Indikatorenkatalog als Grundlage einer kommunalen Berichterstattung definiert. Parallel erfolgten quantitative Befragungen einerseits im Rahmen des Kölner Mikrozensus im 1. Quartal 2009 mit Fragen zur Bildungsbeteiligung sowie seit Mitte 2008 durch zwei Forschungsprojekte der Fachhochschule Köln und der Katholischen Hochschule NRW in Köln, gefördert durch die RheinEnergieStiftung und in Kooperation mit der Stadt Köln.

