Die Entwicklung der Bildungslandschaft Altstadt Nord
Die Umsetzung des Modellprojektes begann mit dem Ratsbeschluss im Jahr 2006.
Ratsbeschluss 2006
Im Herbst 2006 beschloss der Rat der Stadt Köln mit Unterstützung der Montag Stiftungen Urbane Räume und Jugend und Gesellschaft aus Bonn ein in Nordrhein-Westfalen einmaliges Modellprojekt in Angriff zu nehmen. Im Kölner Stadtteil rund um den Klingelpützpark soll ein Bildungsverbund entstehen, der im Kern die Hauptschule und die Grundschule am Gereonswall, das Abendgymnasium an der Kyotostraße, das Hansagymnasium am Hansaring, die Freizeitanlage Klingelpütz und den KSJ Jugendtower sowie eine noch zu errichtende Kindertagesstätte umfassen wird.
Kooperationsvereinbarung 2007
Damit dieses Vorhaben bald Wirklichkeit wird, haben die Pädagogen der beteiligten Einrichtungen gemeinsam mit den Montag Stiftungen und der Stadt Köln eine Kooperationsvereinbarung entwickelt, die am 5. Mai 2007 im Klingelpützpark von den Partnern unterzeichnet wurde.
Arbeitsgruppen und Werkstätten 2007
Damit begann für die Einrichtungen die gemeinsame Arbeit, um in einem vielschichtigen Prozess die "Türen zu öffnen" und den Weg zu einer abgestimmten Entwicklung gemeinsam weiter zu gehen. Dabei wurden in zwei Arbeitsgruppen, der Arbeitsgruppe Bau und der Arbeitsgruppe Pädagogik, sowie in weiteren Projektgruppen Grundlagen erarbeitet, die in die weiteren Überlegungen und Entwicklungen Eingang finden. Viele engagierte Akteure trafen sich regelmäßig, um sich auszutauschen und die Inhalte des Projektes weiter in die Zukunft zu denken. Ein Schwerpunkt für die zukünftige bauliche Entwicklung lag in der Abschätzung von möglichen Raumbedarfen in den Einrichtungen, die über die Beschreibung derzeitiger und zukünftiger Aktivitäten formuliert wurden.
Im Spätherbst 2007 fand in Köln ein Partizipationsworkshop statt, auf dem über Möglichkeiten der Einbindung von Kindern und Jungendlichen in den Prozess nachgedacht wurde. Die Ideen, die von den Akteuren entwickelt wurden, konnten im Jahr 2008 umgesetzt werden.
Ideenkonferenz und Planungsworkshop 2008
Der damit begonnene Partizipationsprozess wurde im Februar 2008 mit der
1. Ideenkonferenz fortgesetzt, auf der Schülerinnen, Schüler, Eltern, Anwohnerinnen, Anwohner und Unternehmerinnen, Unternehmer aus dem Stadtteil die Gelegenheit hatten, Ihre Ideen in das Projekt einzubringen. Die Ideenkonferenz stellt eine Plattform zum Austausch dar und findet mindestens ein mal im Jahr statt.
Von Februar bis Mai 2008 haben Architektinnen, Architekten, Stadt- und Landschaftsplanerinnen und -planer in einem städtebaulichen Planungsworkshop daran gearbeitet, Orte für die Bildungslandschaft Altstadt Nord zu definieren und Stadträume zu entwerfen. Vor allem die unterschiedlichen, für die Bildungslandschaft relevanten Nutzungen von Gebäuden und Freiflächen sowie die Wege, die die Partner der Bildungslandschaft zueinander zurücklegen, haben im ersten Planungsschritt einen Schwerpunkt gebildet. Dazu skizzierten die Planer Entwicklungsziele und Entwicklungsräume, die im Anschluss in einer Rahmenplanung weiter entwickelt und in der die weiteren Schritte festgelegt werden sollen. Am 8. Mai 2008 hat eine international besetzte Jury über die Planungsentwürfe beraten und zwei erste Preise vergeben.
Am 29. September 2008 tagte die Jury erneut und entschied, dass der Entwurf der Architekten von feld72 und PlanSinn aus Wien die beste Basis für die weitere Entwicklung der Verbundeinrichtungen, für die Schulen, die Kita und die Jugendeinrichtungen rund um den Kölner Klingelpützpark ist. Die Jury sieht in dem Entwurf zahlreiche neue Möglichkeiten für den Stadtteil und den Bildungsverbund.
Planungsbeirat 2009
Unmittelbar nach Bekanntgabe des Juryergebnisses haben Anwohnerinnen und Anwohner des Parks deutlich gemacht, dass sie die im Entwurf vorgeschlagenen Eingriffe in den Park nicht mittragen wollen. Am 18. Dezember 2008 hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, einen Planungsbeirat einzurichten, der den Auftrag bekam, die Bezirksvertretung Innenstadt und die Fachausschüsse bei der Entwicklung des Rahmenplans zu beraten.
Ideenkonferenz und Kooperationen 2009
Im Februar 2009 stellte der Verbund auf der 2. Ideenkonferenz die bisher durchgeführten und in Zukunft gemeinsam geplanten Projekte vor. Es wurde deutlich, dass ein Prozess der intensiveren Kooperation zwischen den Einrichtungen begonnen hatte. So stand das Jahr 2009 bisher auch unter dem Zeichen der gemeinsamen Aktivitäten.
Für das Jahr 2010 wird eine weitere Verfestigung der pädagogischen Zusammenarbeit erwartet. Außerdem stehen die ersten baulichen Maßnahmen für Gebäude der Einrichtungen an.
Planungsprozess 2010
Das Jahr 2009 stand unter dem Zeichen der gemeinsamen Aktivitäten und Projekte der Einrichtungen in der Bildungslandschaft Altstadt Nord. Im Jahr 2010 hat sich die pädagogische Zusammenarbeit weiter verfestigt. Zu Beginn des Jahres fand die Ideenkonferenz als "Jugendideenkonferenz" statt, auf der neue Projektideen vorgetragen wurden, von denen einige bereits realisiert sind
Zwei Einrichtungen haben sich um die Aufnahme in die Bildungslandschaft beworben: Die Celestin-Freinet Grundschule in der Dagobertstraße sowie die Realschule am Rhein haben Ende April bzw. Anfang Mai 2010 Beschlüsse gefasst, nach denen Sie in die Bildungslandschaft Altstadt Nord umziehen möchten.
Im Jahr 2010 stehen außerdem die ersten baulichen Maßnahmen für Gebäude der Einrichtungen an.
Ratsbeschluss zur baulichen Realisierung der Bildungslandschaft
Die Verwaltung der Stadt Köln hat eine Beschlussvorlage für die bauliche Realisierung der Bildungslandschaft Altstadt Nord erarbeitet. Nach den Beratungen in den Fachausschüssen wurde diese Vorlage vom städtischen Rat mit kleinen Änderungen am 14. September 2010 beschlossen.
- Unter anderem sollen die Grunflächen, die gegebenenfalls durch geschickte Planungen nicht von den Bildungseinrichtungen benötigt werden, dem Parkgelände zugeschlagen werden.
- Im Beschluss wird der finanzielle und zeitliche Rahmen für die Planung der erforderlichen Hochbaumaßnahmen definiert. Es werden Aussagen zu den Investitionen in die Gebäude und die Höhe der dazu erforderlichen Planungskosten gemacht. Hierzu wird die Verwaltung beauftragt, Vorschläge für passende Verfahren und Organisationsformen zu machen.
- Die Planungen sollen unter Einbeziehung der beiden neuen Einrichtungen (Celestin-Freinet Grundschule in der Dagobertstraße und Realschule am Rhein in der Niederichstraße) stattfinden und mit hoher Priorität umgesetzt werden.
Erneuerung der Kooperationsvereinbarung und Aufnahme von zwei Einrichtungen in den Verbund
Am 2. Oktober 2010 wurde die Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2007 erneuert, und es wurden zwei neue Einrichtungen in die BAN aufgenommen: die Célestin-Freinet Grundschule sowie die Realschule am Rhein. Zusammen mit dem Abendgymnasium-Weiterbildungskolleg Gereonsmühlengasse, der Ganztags- Hauptschule Gereonswall, dem Hansa Gymnasium, dem Jugendhaus Tower der Katholischen Studierenden Jugend, der Jugend- und Freizeiteinrichtung Klingelpütz und einer noch zu errichtende Kindertagesstätte wurde der Verbund damit erweitert.
In den nächsten Jahren kommt viel Arbeit auf die Einrichtungen der BAN zu. Konkret geht es um die verschiedenen Bauprozesse, die für jedes Verbundmitglied koordiniert werden müssen. Dabei wird ein Dialogprozess notwendig, der eine Menge Übung verlangt. Die Einrichtungen sind aber zuversichtlich, den Prozess zu meistern und am Ende eine gute Qualität von Pädagogik und Raum für die Jugendlichen und das Stadtquartier anbieten zu können.
Entwicklungen 2011
Im März 2011 fand wieder eine Jugendideenkonferenz statt. Kinder, Jugendliche und Studierende der Einrichtungen der Bildungslandschaft Altstadt Nord (BAN) hatten sich unter dem Motto "Gemeinsam Bildung gestalten" Projekte ausgedacht, mit denen sie um eine finanzielle Förderung warben. Die Projekte sollten möglichst übergreifend für alle Kinder und Jugendlichen nutzbar sein - egal welcher Schulform oder Altersklasse sie angehören. Es wurde von einer aus Kindern und Jugendlichen bestehende Jury beraten, welche Vorhaben unterstützt werden sollen. Sechs Ideen wurden dabei prämiert.
Im Dezember 2010 wurde das Architekturbüro CAS mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Bildungslandschaft Altstadt Nord beauftragt. Inhalt der Studie ist der Nachweis der Flächenbedarfe auf den ausgewiesenen Grundstücken des Rahmenplans für die neuen Gebäude sowie die Erweiterungs- und Anbauten. Ebenfalls sind die Planung des Bauablaufes und die in diesem Zusammenhang stehenden Kosten Bestandteile der Untersuchung. Die Machbarkeitsstudie wurde im Oktober 2011 vorgestellt.

