Großbrand und mehr …
Am Donnerstag, 29. April 2010, wurde die Feuerwehr Köln mehrfach zu besonderen Einsätzen gerufen.
Brand einer Lagerhalle in Niehl
Es begann um 5:42 Uhr mit der Meldung von Mitarbeitern der GVG in der Geestemünder Straße in Niehl über ein Feuer im nördlichen Teil einer großen Halle für den Umschlag und die Zwischenlagerung von Hausmüll und Sperrmüll. Die zuerst alarmierten Einheiten der Feuerwehr nach Einsatzstichwort "Feuer 1" erhöhten das Einsatzstichwort schnell auf "Feuer 2" und "Feuer 3" und forderten zudem wegen der starken Rauchentwicklung Meßfahrzeuge an.
Die Lokalisierung des Brandherds in den Mülbergen in der Halle erwies sich als sehr schwierig, da zunächst wenig Flammenschein, aber viel Rauch in einem etwa 10 mal 30 Quadratmeter großen Bereich in der Nordwestecke der Halle festzustellen war. Der Müll war dort etwa acht Meter hoch getürmt. Durch diese Müllberge mußten sich die Einsatzkräfte mit Greifbaggern und Radladern der GVG durcharbeiten, um sämtliche Brand und Glutnester auseinanderziehen und ablöschen zu können. Diese Arbeiten mußten immer wieder wegen zeitweise starker Rauchentwicklung und wechselnde Winde unterbrochen werden, da die Baggerführer der GVG nicht unter Atemschutz arbeiten können und daher den Rauchgasen nicht ausgesetzt werden durften. Durch massiven Wassereinsatz und stetiges Vorarbeiten ließ die Rauchentwicklung gegen 14 Uhr merklich nach und gegen 18:30 Uhr konnte "Feuer aus" gemeldet werden.
Während der gesamten Einsatzdauer waren Meßfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz, die das vom Brandrauch betroffene Gebiet im linksrheinischen Kölner Norden mehrfach abfuhren und kontrollierten. Trotz der oftmals intensiven Geruchsbelästigung - bis nach Dormagen - lagen fast alle Meßwerte der Feuerwehr unterhalb der Nachweisgrenze.
Einige wenige Meßwerte lagen sehr nahe an der Nachweisgrenze und damit weit unterhalb einer Gefährdungslage für die Anwohnerinnen und Anwohner. Besonderes Augenmerk bei den Meßfahrten wurde auf sensible Objekte wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime gelegt.
Von den bis zu 80 Einsatzkräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Köln und den Baggerführern der GVG wurden innerhalb der knapp 13 Stunden Einsatzdauer rund 2000 Kubikmeter Müll umgeschichtet und abgelöscht. Das angefallene kontaminierte Löschwasser wurde durch Dichtsetzen der Kanalisation aufgefangen, abgepumpt und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt.
Gasaustritt in Lind
Parallel zu diesem Einsatz mußte die Feuerwehr um 8:12 Uhr zu einem Gasaustritt Am Linder Kreuz in Lind im rechtsrheinischen Kölner Süden ausrücken.
Hier war bei Arbeiten in einer Baugrube eine Mitteldruck-Gasleitung abgerissenen worden. Wegen des ungewöhnlich starken Austritts von Erdgas und der Tatsache, daß eine Mitteldruckleitung nicht kurzfristig abgesperrt werden kann, mußten Gebäude in einem Bereich von etwa 100 Meter um die Einsatzstelle herum evakuiert werden. Durch die RheinEnergie konnte die Gasleitung gegen 9:25 Uhr abgedichtet werden, so dass die Feuerwehr einrücken konnte und die Anwohnerinnen und Anwohner in ihre Häuser zurückkehren konnten.
Liegengebliebender Reisebus auf der Autobahn A 1
Ein weiterer ungewöhnlicher Einsatz wurde durch die Leitstelle um 17:07 Uhr eröffnet.
Auf der Autobahn A 1 in Höhe der Anschlußstelle Lövenich stand bereits seit mehreren Stunden ein liegengebliebener Reisebus mit 75 Jugendlichen Reisenden, die den Bus verlassen hatten und neben der Autobahn "lagerten". Mehrere der Jugendlichen zeigten Krankheitssymptome wie Übelkeit und Kopfschmerzen, so dass von dort aus über Notruf 112 der Rettungsdienst gerufen wurde.
Die Leitstelle alarmierte wegen der augenscheinlich prekären Situation vor Ort neben mehreren Rettungswagen und einem Notarzt auch Feuerwehrkräfte zur Absicherung der Einsatzstelle und Unterstützung des Rettungsdienstes. Außerdem wurden zwei feuerwehreigene Busse und ein Bus der Kölner Verkehrs-Betriebe entsandt, um gegebenenfalls die Jugendlichen in eine provisorische Unterkunft bringen zu können.
Glücklicherweise erwies sich dies alles als nicht mehr erforderlich, denn zeitgleich mit dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatte der ADAC den Bus wieder fahrbereit gemacht. Alle Jugendlichen, auch die von den Krankheitssymptomen Betroffenen, konnten nach einer Sichtung durch den Notarzt die Fahrt fortsetzen.
