"Familien in der Diskussion"

ForumFamilie 2009 - Offene Veranstaltung im Rathaus

Logo Kölner Bündnis für Familien (© Stadt Köln)

Am 15. Mai 2009 fand das vierte ForumFamilie des Kölner Bündnisses für Familie im Historischen Rathaus zu Köln statt. Nach familienpolitisch stürmischen Jahren ging es in diesem Jahr darum, inne zu halten und mit den wesentlichen Gestaltern von Familie, den Müttern und Vätern, darüber zu reden, was in den nächsten drei bis fünf Jahren zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit Kölns getan werden sollte.

Die Situation der Familien im Mittelpunkt

OB Fritz Schramma (© Till Müllenmeister)Oberbürgermeister Fritz Schramma

In seiner Begrüßungsrede wies Oberbürgermeister Schramma darauf hin, dass in Köln in den letzten Jahren nachhaltig in die Familien- und Kinderfreundlichkeit Kölns investiert worden sei. Hierzu führte er den erheblichen Zuwachs an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren und in den offenen Ganztagsschulen (aktueller Versorgungsgrad 21 und 50 Prozent) an. Aber auch die KinderWillkommen-Besuche bei Neugeborenen, die Verbesserungen beim Kölnpass und die Projekte zu einem besseren Miteinander von Alt und Jung, hob er besonders hervor. Abschließend ermutigte er die Anwesenden, "die Sache der Familien" in die eigenen Hände zu nehmen und in Sachen Familienfreundlichkeit weiter am Ball zu bleiben.

Familien müssen sich stärker zu Wort melden

Im Anschluss an die Rede des Oberbürgermeisters stellte die Moderatorin Anke Bruns in kurzen Interviews einige Akteurinnen und Akteure des Kölner Bündnis für Familien vor.

Zunächst sprach sie mit Peter Hoffstadt, dem Familienbeauftragten. Als Geschäftsführer des Kölner Bündnisses für Familien skizzierte er kurz die Entstehungsgeschichte. Dann berichtete er von einem persönlichen "Aha-Erlebnis". Bei einer Umfrage, bei der Mütter und Väter gefragt wurden, was sie unter Familienfreundlichkeit verstehen, sei der am meisten geäußerte Wunsch "die Akzeptanz der Familie innerhalb der Gesellschaft" gewesen. Sein Fazit lautet daher, dass sich Familien noch stärker als bisher zu Wort melden müssen, um für ihre Rechte zu kämpfen.

Anschließend sprach sie mit Frau Dr. Pia Antweiler, der Sprecherin des Arbeitskreises Wirtschaft im Kölner Bündnis für Familie. Ziel des Arbeitskreises Wirtschaft ist es, bei Unternehmen gezielt für Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu werben und ihnen anhand von praxisnahen Beispielen die Vorteile einer familienbewussten Personalpolitik nahe zu bringen. Zum Beispiel findet am 6. November 2009 zum fünften Mal in der Industrie- und Handelskammer die Tagung "Standortvorteil: Familienbewusste Unternehmenspolitik" statt.

Mehr Unterstützung für pflegebedürftige Angehörige

Bärbel Dahmen, Sprecherin des Arbeitskreises Kölner Behörden, berichtete, dass sich der Arbeitskreis intensiv mit dem Thema "Pflege von Angehörigen" beschäftigt und eine Broschüre mit dem Titel: "Pflegefall in der Familie - was nun?" veröffentlicht hat. Es habe sich nämlich gezeigt, dass zum Stichwort Vereinbarkeit von Beruf und Familie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern von den Behördenleitungen stark wahrgenommen und unterstützt würden. Dagegen seien die Probleme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die pflegebedürftige Angehörige zu betreuen hätten, noch zu wenig im Blick.

Zuletzt stellten Frau Dizinger und Frau Differdange den Arbeitskreis "Familienleben in der Interkulturaliltät" vor, der zurzeit aufgebaut wird. Der neue Arbeitskreis wird dafür sorgen, dass die speziellen Bedürfnisse von Familien mit Migrationshintergrund in die Arbeit des Kölner Bündnisses berücksichtigt werden.

Daran anschließend führte die Moderatorin Frau Bruns in die weitere Arbeit ein. Abweichend vom traditionellen Tagungsablauf hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, an moderierten Themeninseln in kleinen Arbeitsgruppen zu diskutieren.

Behandelte Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Tagesbetreuung für Kinder bis zum Schulalter
  • Tagesbetreuung für Kinder im Schulalter
  • Dienstleistungsangebote für Familien von Einzelhandel, Handwerk und Verwaltung
  • Bezahlbare Freizeitangebote für Familien
  • Ehrenamtliches Engagement für und durch Familien
  • Familiengerechter öffentlicher Raum (Grünanlagen, Wohnumfeld, Verkehr)
  • Informationsangebot der Stadt Köln für Familien im Internet
  • Familienleben in der Interkulturalität
  • Familien und Generationenbeziehungen
  • Familien und Medienkonsum
  • Finanzielle Situation von Familien
  • Studierende mit Kind
  • "Mein Thema ist nicht dabei": Offenes Angebot

Meinungen der Politiker

In der abschließenden Podiumsdiskussion konfrontierte die Moderatorin Anke Bruns die Vertreter der im Jugendhilfeausschuss stimmberechtigten Fraktionen mit den Forderungen des Publikums. In vier nach Adressaten sortierten Runden (Politik, Verwaltung, Träger, Unternehmen) nahmen die Podiumsgäste Stellung.

In Ihrem Schlusswort versicherte Frau Dr. Klein, die Beigeordnete der Stadt Köln für Bildung, Jugend und Sport, dass alle Anregungen von der Verwaltung bearbeitet würden.

Sie wies aber auch darauf hin, dass viele Wünsche und Anregungen mit Ressourcen, insbesondere mit mehr Personal zu tun hätten. Sie hoffe jedoch, dass möglichst viel davon umgesetzt werden könne.


Download zur Rede des Oberbürgermeisters

Die Rede des Oberbürgermeisters Fritz Schramma zum ForumFamilie 2009 am 5. Mai 2009 in der Piazzetta des Historischen Rathauses können Sie hier herunterladen:

Rede des Oberbürgermeisters [PDF, 42 KB]

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