Landeskatastrophenschutzübung am 27. Januar 2010
Im Rahmen einer Landeskatastrophenschutzübung sind am 27. Januar ab 10:30 Uhr Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn im gesamten Stadtgebiet unterwegs, insbesondere im Bereich der Kölner Krankenhäuser. Besonders betroffen sind die Bereiche
- Porz-Wahn,
- Porz-Lind sowie die
- Autobahn A 59, Autobahnkreuz Flughafen und Anschlussstelle Wahn.
Antworten auf die wichtigsten Fragen haben wir für Sie zusammen gestellt.
Liste der Fragen
Fragen und Antworten
Im Bereich des Flughafens (Konrad-Adenauer-Airport)/in Porz/im Stadtgebiet sind zahlreiche Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs. Hat sich dort ein Unglück ereignet?
Nein, Sie können völlig beruhigt sein. Es handelt sich lediglich um eine große Übung von
- Feuerwehr,
- Rettungsdienst und
- Polizei.
Um was für eine Übung handelt es sich?
Es handelt sich um eine Landeskatastrophenschutzübung in Zusammenhang mit der Länderübergreifenden Krisenmanagementübung LÜKEX 09/10.
An der Übung nehmen rund 700 Einsatzkräfte von
- Feuerwehr,
- Rettungsdienst und
- Katastrophenschutz
teil. Dazu auch zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei.
Was bedeutet LÜKEX?
LÜKEX bedeutet Länderübergreifende Krisenmanagementübung (Länderübergreifende Krisenmanagement Exercise).
LÜKEX ist eine Stabsrahmenübung des Bundes und der Bundesländer, die alle zwei Jahre mit je vier Bundesländern stattfindet.
Warum sind auch Einsatzkräfte auf den Autobahnen außerhalb des Stadtgebiets unterwegs? Warum kommen Rettungsfahrzeuge auch von außerhalb des Kölner Stadtgebiets?
Neben den Kölner Feuerwehren und Rettungsdiensten werden bei der Übung auch Einsatzkräfte aus dem gesamten Regierungsbezirk angefordert und zum Einsatz kommen.
Es sind auch überörtliche Polizeikräfte an der Übung beteiligt. Deshalb sind auf den Autobahnen so viele Einsatzfahrzeuge unterwegs.
Was wird denn geübt? Und wo genau spielt sich diese Übung ab?
Es wird die Reaktion von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf einen angenommenen terroristischen Anschlag auf dem Gelände des Flughafens Köln/Bonn geübt. Dazu wird eine so genannte Vollübung abgehalten, bei der bestimmte Übungsaufgaben unter möglichst realistischen Bedingungen abgearbeitet werden müssen, zum Beispiel die Rettung und Versorgung von Verletzten oder die Brandbekämpfung.
Die Übung findet in zwei terminalfernen Bereichen des Flughafens statt. Bei der Übung wird auch die Arbeit des städtischen Krisenstabs geprobt. Mit der Übung werden außerdem die Katastrophenschutzkonzepte des Landes Nordrhein-Westfalen geprüft.
Wie lange dauert die Übung?
Die Einsatzübung am 27. Januar 2010 wird zwischen sechs und acht Stunden dauern. Sie beginnt gegen 10:30 Uhr und wird sich vermutlich bis in den späten Nachmittag hinziehen.
Am 28. Januar werden keine Einsatzkräfte mehr unterwegs sein. Die Übung ist auf insgesamt 36 Stunden festgelegt worden, läuft also am 28. Januar weiter.
Muss ich mit Behinderungen am Flughafen durch die Übung rechnen?
Nein. Der Flugverkehr und die Abfertigung sind nicht beeinträchtigt, da die Übung in terminalfernen Bereichen des Flughafens stattfindet. In den Parkhäusern, Terminals und am Flughafen-Bahnhof werden keine Auswirkungen der Übung spürbar sein.
Der Flughafen rät:
Planen Sie bitte zwischen 10:30 Uhr und 15 Uhr für die Anfahrt mit dem Auto zum Flughafen etwas mehr Zeit ein wie gewöhnlich, da es durch die große Zahl der Einsatzfahrzeuge im Umfeld des Airports zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.
Muss ich mit Sperrungen wegen der Übung rechnen?
Nein. Es sind keine Sperrungen geplant.
Warum macht die Stadt Köln diese Übung mit?
Übungen müssen regelmäßig sein, um
- das Zusammenwirken der Einsatzkräfte,
- die Brauchbarkeit der Katastrophenschutzkonzepte,
- die Kommunikation zwischen Stäben und Einsatzkräften und
- den Einsatz neuer Techniken
erproben zu können.
Deshalb gibt es auch regelmäßig die so genannten Länderübergreifenden Krisenmanagementübungen LÜKEX. Bei LÜKEX 09/10 sind die Länder Nordrhein-Westfalen, Berlin, Schleswig-Holstein und Bayern besonders intensiv eingebunden.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat entschieden, seinen neu strukturierten Katastrophenschutz in die Übung einzubinden. Das Land möchte mit den Kommunen gemeinsam üben, also einsatznah und realistisch nicht nur als Stabsübung, sondern als so genannte Vollübung mit realen Kräftebewegungen.
Als Übungsorte sind vom Innenministerium Nordrhein-Westfalens neben Köln die Städte Gummersbach, Lemgo und Dormagen ausgewählt worden. Auch dort finden am 27. Januar Übungen statt.
Ich habe gehört/in der Zeitung gelesen, dass bei der Übung ein terroristischer Anschlag mit Verwendung von radioaktiven Materialien (Atom-Anschlag) geprobt wird. Gibt es einen besonderen Grund für dieses Szenario/besteht eine akute Bedrohungslage?
Nein. Es ist derzeit keine akute Bedrohung bekannt. Der Katastrophenschutz muss sich aber auf alle denkbaren Einsatzszenarien vorbereiten.
Die Übungsthemen für die LÜKEX-Übungen gibt der Bund vor. Bei LÜKEX 04 wurde etwa ein flächendeckender Stromausfall im Winter, bei LÜKEX 05 ein Großschadensereignis bei internationalen Großveranstaltungen und bei LÜKEX 07 eine weltweite Influenza-Pandemie als Übungsthema vorgegeben. Spezielles Ziel und zugleich Übungsthema bei LÜKEX 09/10 ist die Auseinandersetzung mit neuen Formen terroristischer Bedrohung.
Die Stadt Köln und die beteiligten Behörden und Institutionen müssen sich auf das vom Bund vorgegebene Übungsszenario einstellen.
Ist die Stadt Köln/Sind die Behörden denn überhaupt für einen möglichen Anschlag mit radioaktivem Material gerüstet?
Ja. Feuerwehr und Rettungsdienste versuchen, sich auf möglichst alle denkbaren Schadenslagen vorzubereiten. Bei der Übung wird so unter anderem die Dekontamination von Verletzten geübt.
Hierzu kommen die vom Land Nordrhein-Westfalen beschafften Spezialgeräte- und Fahrzeuge zur Dekontamination von Verletzten zum Einsatz. Außerdem wird die Analytische Task Force (ATF) der Berufsfeuerwehr Köln, eine Art mobiles Labor, am Übungsort tätig. Die ATF kann mit ihren Messgeräten Gefahrstoffe aufspüren, vor Ort analysieren und die Messergebnisse fachlich beurteilen.
Auf dem Gelände vor den alten Gebäuden in Höhe Linder Mauspfad 107 sind Feuerwehrleute in Schutzanzügen und mit Messwerkzeugen zu sehen. Ist dort ein Strahlenunfall geschehen, besteht eine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner?
Nein, Sie brauchen nicht beunruhigt zu sein. Es handelt sich um den oben beschriebenen Übungsteil. Sie sehen dort die Einsatzkräfte der Analytischen Task Force und der Kräfte, die die Dekontamination von Verletzten üben.
