Freitag, 17. 05. 2013, 19:30 Uhr

Stadtkonservator: „Kurienhaus kein Denkmal“

Kriterien für Unterschutzstellung nicht hinreichend erfüllt

Das Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege teilt nicht die Auffassung des Landeskonservators, der im Dezember vergangenen Jahres einen Antrag zur Unterschutzstellung des Kurienhauses am Roncalliplatz vorgelegt hatte. Nach intensiver Prüfung vertritt der Stadtkonservator eine andere Auffassung und sieht die für eine Unterschutzstellung notwendigen fachlichen Kriterien als nicht erfüllt an.

Das Gebäude setzt in seiner Funktion die Bedeutung der Ortsgeschichte mit der ursprünglichen kirchenhoheitlichen Nutzung nicht weiter fort. Diese hatte mit dem Bau des Erzbischöflichen Palais unter Reinald von Dassel im 12. Jahrhundert an dieser Stelle begonnen. Das Erzbistum errichtete hier nach dem 2. Weltkrieg ein funktionales Gebäude für die Dombauverwaltung mit Wohnungen für die Prälaten. Das später - 1972 - eingezogene Diözesanmuseum erinnert zwar noch an die Museumsnutzung, die in dem Vorgängerbau Mitte des 19. Jahrhundert hinzugekommen war. Aber in dem 1961 errichteten Kurienhaus war das Museum nur als Übergangslösung in Hinblick auf einen späteren eigenständigen Neubau vorgesehen.

Auch die städtebaulichen Ideen der Nachkriegsplanung, die Willy Weyres, Rudolf Schwarz und später Oberbaurat Hans Jacobi Anfang der 1950er Jahre für die Domumgebung entwickelt hatten, spiegeln sich in dem heutigen Gebäude nur bedingt wider - ein "bekennender" architektonischer Zeuge für diese Vorstellungen ist das Haus nicht.

Von der Gestaltung des Gebäudes geht keine Impulskraft für die regionale Architekturentwicklung der 1950er und 60er Jahre aus. In seinem Entwurf - mit seinem reduzierten Äußeren und der klaren Struktur - verschmelzen Gestaltungsideen, die Karl Band, Hans Schilling und Hans Schumacher (zum Beispiel mit dem Erzbischöflichen Priesterseminar an der Gereonstraße etc.) bereits in zeitlich früher errichteten - sakralen und auch profanen - Gebäuden vorformuliert hatten. Darüber hinaus veränderten Umbauten bereits das Erscheinungsbild und die innere Raumdisposition des Gebäudes.

In seinem heutigen Bauzustand ist das Kurienhaus wegen seines Alters, wie viele gleich alte Gebäude auch, sanierungsbedürftig, besonders in Hinblick auf Brandschutzanforderungen und Haustechnik. Doch dieser Zustand spielt für die Feststellung der Denkmalqualität keine Rolle. Der Stadtkonservator hat das Kurienhaus ausschließlich nach inhaltlichen Kriterien beurteilt.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Palm

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