Start der Stadtklimamessungen am Museum Ludwig in Köln
Strategien für die Anpassung der Stadt Köln an den Klimawandel
Am Freitag, 18. Dezember 2009, haben der Deutsche Wetterdienst DWD, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz LANUV NRW und die Stadt Köln die erste von mehr als zehn zusätzlichen DWD-Messstationen in Köln am Museum Ludwig in Betrieb genommen. Damit wurde der Startschuss für umfangreiche meteorologische Messungen in der Stadt Köln gegeben.
Die Messungen finden im Rahmen des Kooperationsprojektes "Klimawandelgerechte Metropole Köln - Strategien für die Anpassung der Stadt Köln an den Klimawandel" von Stadt, DWD und LANUV statt. Köln ist damit eine der ersten Städte in der Bundesrepublik, in der die Folgen des Klimawandels kleinräumig konkret für das Stadtgebiet untersucht werden. Für sinnvolle Analysen des Stadtklimas reichen die bisherigen wissenschaftlich ermittelten großräumigen Klimamodelle nicht aus. In Köln soll ein Stadtklimamodell "MUKLIMO_3" angewandt werden, bei dem extrem kleinräumige Flächenraster von 50 bis 100 Metern untersucht werden können.
Im Mittelpunkt der meteorologischen Untersuchungen stehen die zu erwartende Wärmebelastung, Hitzewellen und eine mögliche Zunahme von sommerlichen Starkniederschlagereignissen infolge des Klimawandels. Die neue Messstation am Museum Ludwig soll Lufttemperatur, Feuchte sowie den Niederschlag erfassen. Neben dem DWD beteiligt sich das LANUV an diesen Messungen: alle vier vom LANUV seit längerem betriebenen Stationen zur Messung der Luftqualität in Köln, beispielsweise an der Turiner Straße, wurden um meteorologische Messungen erweitert. Die Werte sind im Internet unter Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und über WDR-Videotext Tafel 179 abrufbar.
Mit diesen Messungen sollen zum einen die bereits heute bestehenden meteorologischen Brennpunkte, hot spots, erkannt werden, zum anderen bilden sie Grundlage für Untersuchungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wärmebelastung und die Überflutungsgefahr durch Starkniederschläge. Die Stadt Köln verspricht sich von dem Stadtklimaprojekt eine wesentlich bessere Datenlage für ihre stadtplanerischen Entscheidungen, um dem Klimawandel mit entsprechenden Anpassungsmaßnahmen zu begegnen. Das Projekt ist Teil der Anpassungspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen und wird mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen sowie des DWD finanziert.
