Mittwoch, 18. 11. 2009, 17:35 Uhr

Junge Kölnerin an der Neuen Influenza und Meningokokken erkrankt

Gesundheitszustand stabil

Eine junge Kölnerin aus dem Bezirk Rodenkirchen ist gleichzeitig an der sogenannten "Schweinegrippe" und an einer Meningokokken-Infektion erkrankt. Ihr Gesundheitsstudand ist stabil.

Seit dem 14. November 2009 wurde die junge Kölnerin in einem Kölner Krankenhaus behandelt, in das sie am Vorabend von ihren Eltern gebracht worden war. Die Verdachtsdiagnose Neue Influenza, Schweinegrippe, bestätigte sich. Atypische weitere Krankheitssymptome im Verlauf des Krankenhausaufenthaltes nahm das Krankenhaus zu Anlass, eine Nervenwasseruntersuchung vorzunehmen. Zu der Infektion der Neuen Influenza stellten die behandelnden Ärzte noch eine bakterielle Hirnhautentzündung fest.

Enge Kontaktpersonen wurden unmittelbar in eine Antibiotikaprophylaxe eingebunden. Der Gesundheitszustand der Patientin ist stabil.

Die Erkrankungen der jungen Kölnerin zeigen, dass man bei der Vielzahl der Erkrankungen an der Neuen Influenza besonders bei der jungen Generation die bakterielle Hirnhautentzündung als eine weitere Erkrankungsmöglichkeit nicht vernachlässigen darf.

Dies ist für Köln der fünfte Fall einer Meningokokken-Infektion in diesem Jahr.

In Deutschland werden pro Jahr etwa 450 Meningokokken-Infektionen registriert, meist, aber nicht immer, in der kalten Jahreszeit - also zwischen November und März. Grundsätzlich kann man in jedem Alter an dieser Infektion erkranken. Die meisten Fälle ereignen sich jedoch bei Kindern unter fünf Jahren. Ein zweiter Häufigkeitsgipfel befindet sich im Jugendalter.

Die Erkrankung durch Meningokokken verläuft in der Minderzahl der Fälle als bakterielle Blutvergiftung, meistens jedoch als eitrige Hirnhautentzündung. Diese hat als Vorläufererkrankung häufig eine akute "Erkältung". Ohne Übergang kann es dann plötzlich zu Kopfschmerzen kommen, die rasch zunehmen. Ferner tritt meistens hohes Fieber auf, der Erkrankte kann sich übergeben, der Nacken wird steif, das Bewusstsein ist getrübt. Es können sich rot-violette Hautflecken oder Hautblutungen zeigen. Bei solchen Anzeichen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Diese Infektionskrankheit kann mit einem geeigneten Antibiotikum in der Regel ausgeheilt werden.

Das Gesundheitsamt Köln empfiehlt nur solchen Kontaktpersonen, die wirklich engen Kontakt mit einer erkrankten Person hatten, mit ihrem behandelnden Arzt zu klären, ob die vorsorgliche Einnahme von Antibiotika erforderlich ist. Zu den engen Kontaktpersonen gehören vor allem die Familienmitglieder. Eine Antibiotika-Prophylaxe, die auch mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein kann, sollte nicht wahllos angewendet werden. Mit dieser Empfehlung folgt das Gesundheitsamt den Hinweisen des Robert Koch-Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin sowie internationaler Expertengremien.

Diese durch Bakterien verursachte Erkrankung ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Da die Bakterien gewöhnlich außerhalb des Körpers rasch absterben, ist für eine Infektion ein enger Kontakt mit dem Erkrankten erforderlich, bei dem Mund-, Nasen- und Rachensekrete übertragen werden, zum Beispiel durch Küsse. Ein Zusammentreffen von Menschen ohne engen Kontakt  - zum Beispiel in Toiletten und Schwimmbecken, flüchtig in Räumen - führt in der Regel nicht zu einer Ansteckung. Die Zeit zwischen Infektion und Erkrankung, Inkubationszeit, beträgt meistens zwei bis sieben Tage. Wer zehn Tage nach Kontakt mit einem Erkrankten selbst noch nicht erkrankt ist, wird in der Regel auch nicht mehr erkranken.

Fragen beantwortet das Gesundheitsamt der Stadt Köln auch telefonisch unter 0221 / 221-24728, montags bis donnerstags von 7:30 bis 16 Uhr und freitags von 7:30 bis 12 Uhr.

Ausführliche Information bietet die Arbeitsgemeinschaft Meningokokken im Internet unter:

Arbeitsgemeinschaft Meningokokken 
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Inge Schürmann

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