Nicht ganz geschafft und doch gewonnen

Köln schließt Städtewette mit 79 Prozent der erforderlichen Summe ab

Almaz Böhm und Bürgermeister Manfred Wolf bei der Abschlussveranstaltung (© Stadt Köln/Andrea Arnholz)Bild vergrößern
Almaz Böhm und Bürgermeister Manfred Wolf im Domforum

Gestern, 9. Juni 2011, kurz nach 18 Uhr gab die Stiftung "Menschen für Menschen" das Endergebnis der Städtewette bei der Abschlussveranstaltung im Domforum bekannt. Köln hat innerhalb der letzten knapp sechs Wochen die stolze Summe von 270.200 Euro gesammelt.

Damit hat Oberbürgermeister Jürgen Roters zwar seine Wette verloren, aber er nimmt es sportlich:

Auch wenn Köln die Städtewette nicht ganz geschafft hat, waren die letzten Wochen ein Gewinn. Viele Kölnerinnen und Kölner und - ganz wichtig - viele Kinder haben sich ins Zeug gelegt und mit kreativen Ideen Spenden gesammelt. Auch die Beschäftigen der Stadt Köln haben sich solidarisch mit einem der ärmsten Länder der Welt gezeigt und großzügig gespendet. Die Summe angestrebte von 342.500 Euro ist nicht zusammen gekommen. Aber mit 79 Prozent sprich 270.200 Euro aus Köln kann die Stiftung "Menschen für Menschen" die Bildungschancen in Äthiopien wirklich verbessern. Und vielleicht kann ich bei meinem Spendenlauf durch Köln die Summe nachträglich sogar noch ein bisschen aufbessern.

Wer sich die Liste der Spendenstädte ansieht, wird möglicherweise sagen: nur drei von 26 Städte haben das Spendenziel nicht erreicht und Köln ist eine davon. Der Listenerste, Fulda, hat sogar 244 Prozent gesammelt. Der Fairness halber muss man dazu sagen, dass Fulda diesen Prozentsatz mit einer Summe von rund 53.000 Euro erreicht hat. Die beteiligten Großstädte mussten eben mehr schaffen, weil laut Wette stellvertretend für jeden dritten Einwohner beziehungsweise jede dritte Einwohnerin ein Euro gesammelt werden sollte. Die drei höchsten Spendesummen kommen denn auch aus Berlin mit 572.000 Euro (50 Prozent), München 438.700 (101 Prozent) und Köln.

Wettpate Gentleman hatte für den Spender des höchsten Betrags ein exklusives Konzert in Aussicht gestellt. Die Bediensteten des Rückversicherers SCOR dürfen sich jetzt auf ein Konzert mit Tuchfühlung zum Weltstar der Reggaemusik aus Köln freuen. Schon im Vorfeld waren die Beschäftigten der Stadt Köln mit dem Oberbürgermeister und dem Gesamtpersonalrat übereingekommen, in diesem "Nebenwettbewerb" außer Konkurrenz mit zu laufen. Aber de facto sind die 15.000 Euro der Restcent-Spende städtischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der höchste gespendete Einzelbetrag.

Alleine von der Summe aus Köln kann "Menschen für Menschen" eine komplette Schule bauen. Die Faji Higher Secondary School in der Region South Wollo, Zentraläthiopien. Der Neubau von vier Gebäuden mit je vier Klassenzimmern, einer Bibliothek, Verwaltungsgebäude und zwei Latrinen à vier Kabinen soll noch in 2011 beginnen. Ein- bis eineinhalb Jahre später können dann rund 1200 Kinder dort auf neuen Schulbänken mit neuem Lehrmaterial die Chancen für ihr Leben Dank guter Ausbildung aktiv verbessern. Almaz Böhm zeigte sich gerührt vom äthiopischen Abschlussabend gestern im Domforum und von der großen Unterstützung aus Köln:

Wir sind beeindruckt vom Engagement der Kölnerinnen und Kölner und freuen uns sehr, dass wir Dank Ihrer Hilfe eine ganze Schule neu bauen können. Die Kinder in Äthiopien werden sich täglich daran erfreuen.


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